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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-05-01 · Heft 5 (1.5.1904) · p. Seite 112

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 5 (1.5.1904)
Date
1904-05-01
Page
Seite 112 (sequence 18)
Language
German
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Mensch. Die Herren Geheimer Rat Professor Tr. Hermann Cohen und Justizrat Dr. Hermann Beit Simpn wurden in die Verwaltung berufen Die immerwährende Ehrenmitgliedschast des ^verstorbenen Professor Dr. ÄR. Pazarns wurde einstimmig angenommen. -- Es sind uns zngegangeh: Zwei Jahresberichte über den jüdischen Religionsunterricht zu Granden;. Wir ersehen alls denselben, daß tu der Anstalt unter der tüchtigen Leitung des Herrn üiäbbiner'Dr. I. Löwy mit Ernst und Eifer gearbeitet wird, worauf! auch die guten Erfolge znrnckznsnhren sind und das große Interesse, welches die Genreindemitgliederi dem Institute Kurvenden. Auch für den Unterricht in Rehden sorgt diese Anstalt, der -wir ferneres Gedeihen'wünschen. Int Verein für jüdische .Geschichte und Literatur in Königsberg hielt Herr Professor Dr. Kühl einen Vortrag über Nikolaos von Damaskus^ den Kanzler des Königs Herodes des Großen, der als Sohn-einet! vornehmen nichtjüdischen Familie ca. 64 v Ch. geboren wurde, später aber vielleicht das Judentchn annahm. Seine philosophische Bildung, verbunden mit seiner rhetorischen Begebung lenkten die Aufmerksamkeit des Antonius ans ihn, so 7wß er ihn .zum Lehrer seiner Kinder machte. Wann er zuerst an den Hof des Herodes kam, ist nicht überliefert. Doch finden wir ihn wohl seit dem- Jahre 2<) als Lehrer und staahsmännischen Ratgeber des Königs tätig, der mit Rücksicht auf seine zahlreichen nichtjüdischen Untertanen und seine Beziehungen zu Rom einen, griechisch gebildeten Kanzler nötig hatte. Er betraute Nikolaos mit den wichtigsten diplomatischen Missionen, bei denen^er immer mit Erfolg die Interessen des Königs nnd> der Inden zu ^vertreten verstand und sich bei Augustus auch persönlich beliebt machte. So sairdü er ihm öfters VON den trefflichen Datteln Palästinas, die der Kaiser deswegen Nikolaos-Datteln nannte, welcher sJJmiie bei den iGriechen und Juden Eingang fänd. Nach dem Tode des Herodes lebte Nikolaos wahrscheinlich in Rom. Von seiger allsgedehnten lind vielseitigen schriftstellerischen und wissenschasjtlicheu Tätigkeit zeugen heute nur noch Fragmente seiner Selbstbiographie und seiner beiden historischen Hauptschriften, die uns auch nur in dem großen Sammelwerk des bvzantinischen Kaisers Konstantinus Porphyrogennetus erhalten sind. Es sind dies sein grpßes Gejchichtswerk in 144 Büchern, das auch die Hanptgnelle des Josephns für die Geschichte des Herodes bildete, und die Biographie des Augustus. Obgleich Nikolaos wenig Kritik an den ihm vorliegenden Geschichtsquellen übt, kann er doch nie i)t als direkter Geschichtsfälscher bezeichnet werbest und können seine Werke. iuo si^ Tatsachen mitteilett, einen gewissen Wert beanspruchen. — Jlll Verein „Eilltracht" in ßrrlin hielt Dr. Fritz -Rothenberg einen Vortrag über Badeleben und Badelvesstt früherer Zeit. Er verweilte besonders bei den Juden; er erwähnte, wie das jstdische Volk schon früh den Wert des Wassers erkannte — wie den Talmudistcn Reinlichkeit und Körperpflege als nötig zum Leben dünkte „das Leben der Feldhüttenbewohner und Wüstenbewvhner ist kein Leben —. warum, weil, sie keine Badesachen haben" (Tr. Erubin *55). Zll einer Zeit, in der der Gebraus der Bäder ahnahm, war das Judcnbad

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