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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-05-01 · Heft 5 (1.5.1904) · p. Seite 110

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 5 (1.5.1904)
Date
1904-05-01
Page
Seite 110 (sequence 16)
Language
German
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"li? " "."kWffWSMW^ 110 — MonaLsschau. | Die Realschule de^ israelitischen Gemeinde i» Frankfurt a. M. beging am 14. April die Jahrhundertfeier. Ajm Vormittag ging in dem dicht gefüllten großen Saale des Saalbaues die akademische Feier vor sich, wobei der Vorsitzende des Zentralausschusses Herr Fritz Auerbach die Begrüßungsrede und Herr Direktor Dr. Adler, die Festrede hielt. Als Vertreter des Prvvinzialschnlkollegiums war Schhlrat Dr. Kaiser aus Kassel erschienen. Er betontes daß das Philanthropin ein wichtiges Glied in der Reihe der höheren Schulen Frankfurts bilde. Herr Oberbürgermeister Adickes, der die Glückwünsche der städtischen Behörden überbrachte, bezeichnete die Gründung des Philanthrvpins als einien Segen für Frankfurt. Es folgten »och eine große Reihe weiterer Begrüßungen,! die mit der Mitteilung des Herrn Eduard Goldschmidt schlossen, daß die Jubfläumsstiftung, zu der über tausend frühere Angehörige der Schule von nah und fejrit beigetragen habe», die Höhe von 100.000 Mkerreicht hat. Namens des Vorstandes der israelitische» Gemeißde, ans deren Mitteln die Schule erhalten wird,! und welcher der Schule ein!Bild des Kaisers und ein Harmonium stiftete, sprach der Vorsitzende des Vorstandes Herr Rechtsanwalt Dr. Blau, Nachdem noch der Vorsitzende des Schulrates Herr Stadtrat a. D. Anton Horkheimer dem Direktor a. D. Dr. Baerwald die einzig zu diesem Zwecke geprägte goldene Erinnerungsmedaille Überreichte, schlpß Herr Fritz Auerbach die würdige Feier mit einem Kaiserhoch. Den Nachmittag nahmen musikalische und Bühnenaufsnhrungen in'Ansprnch, eingeleitet durch ein Kstspiel von Alfred Auerbach. — Es geht uns das Gerste Heft des Jüdischen Studenten", der Vierteljahresschrift der Vereine Jüdischer Studenten,(iin B. I. C.) zu. Wie aus dem Geleitwort hervorgeht, beabsichtigt sie, die produktiven Geister des in der jüdischen Studentenschaft Deutschlands eine so hervorragende Atolle spielenden Bundes Jüdischer Korporationen, welche Kum Teil schon h§ute zu den hervorragendsten Vertretern der jüdischen Schriftstellerwelt gehören, unter gemeinsamer Flagge zu gemeinsamer Tätigkeit zu einen. — Emil Adolf Koßmähler, der verdienstvolle Naturforscher und Volksschriftsteller (1806 — 1867), der -im Jahrtz 1848 Mitglied der Frankfurter Nationalversannnlung war, teilt in seinem Buche „Mein Lebe» und Streben im Verkehr mit der Natur und dem Volke" eine Episode mit, die Anläßlich der Jahrhundertfeier des Philanthropins in Frankfurt von besonderem! Jltteresse ist. Die Stelle lautet: „Auf der Reise zum Parlament traf ich in Eisenach tut Postwagen mit einem jüdische» Kaufmann aus Frankfurt, Herrn S- Oppenheimer, zusammen, der von der Leipziger Ostermesse zurnckkehrte. Dieser erwies mir mancherlei Gefälligkeiten und führte mich (in Frankfurt) in seine und andere verwandte und befreundete Familien, sämtlich Juden, ein, wodurch ich Gelegenheit fand, die politische Bildung und die geistige Strebsamkeit im Judentum schätzen zu lernen. Einen entscheidenden Einfluß auf einen einige Monate später ausgeführten Beschluß, auf den

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