Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1904)
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 106 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWW ■Tm — 106 — | Philanthropin bestehenden Tradition Lehrer und Schüler deutsche Wissenschaft nach deutscher Art, für deutsche Ehre!! j Durch dieses! Gefühl der innigen Zusammengehörigkeit, durch diese stille rastlose Geistesarbeit hat sich das Philanthropin!die Gleichwertigkeit und Ebenbürtigkeit mit den übrigen Schulen der Stadt und l des Baterlandes errungen und erhalten; unsere Zugehörigkeit zur deutschen Nation und unsere ernste, pflichteifrige Tätigkeit wird auch beseitigen und uns ermöglichen, wo sich am sichersten alle Schranken, dje sich uns noch entgegenstellen, oder einmal unseren Nachkommen die Mitarbeit überall da die Befähigung des Einzelnen zum Wohle und Gedeihen unseres Vaterlandes verwerten läßt. Mit dieser unerschütterliche» Zuversicht schreitet die Schule in das zweite Jahrhundert ihres Bestehens; mit gerechtem Stolz darf sie hierbei auf den reichen Segen znrückblickcn, der von ihr seit ihrer Begründung über diese Stadt und das Vaterland ausgegangen ist. Sie hat Tausende von Schülern und Schülerinnen mit den für das Leben notioendigen Kenntnissen und Fertigkeiten ansgestattet, sie hat sie durch die gründliche Vorbildung, die sie ihnen gewährt, in den Stand gesetzt, geachtete Lebensstellungen zu erringen, es zu Ansehen und Wohlstand zu bringen. Niemals hat sie dabei den Hauptzweck der Erziehung, die Gesamthebung der Schülerpersönlichkeit, vernachlässigt, und grade ahs dieser Rcalanstalt ist eine stattliche Zahl von Männern und Fränen hervorgegastgen. die, erfüllt von idealer Begeisterung, edle Taten wahren Menschentums vollbracht haben. Zeugnis von diesem Geist gibt die anhängliche Gesinnung, die der! Schule die früheren Zöglinge bewahrt, der Eifer, mit dem sie spätes für das Gedeihen der Schule als Mitglieder der Verwaltung oder als Lehrer und Lehrerinnen gcipirkt, die Bereitwilligkeit, mit der sie ihre Kraft für alle der Schgle förderlichen i Bestrebungen zur Verfügung gestellt haben. Rühmliches Zeugnis gibt die andauernde Dankbarkeit, die sie ihrer die sie äußerlich in Stiftungen! für die Witwen und Waisen Schüler und Studierende knnjdgegeben habe», ivie sie in eine zweite dlnstalt i» unserem Väterlande aufzuweisen vermag. Kreis der Zögliiige hat unsere ^Schule vorbildlich namentlich auf die israelitischen Gemeinden Deutschlands gewirkt, denen sie einen mustergiltigen Religionsunterricht, einen den Ansprüchen der Zeit cfemäß gestalteten weihevollen Gottesdienst gebracht bat. Diese segenbringende Wirksamkeit der Schule ist schon in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens von klarblickenden Führern des Gemeinde erkannt worden. Als ihre Existenz durch die Verweigerung des staatlichen Zuschusses gefährdet war, sind jene Männer mit Eifer für ihre» Fortbestand eiugftreten und haben cs erreicht, daß die israelitische Gemeinde die Anstalt als Gemechdeinstitnt übernahm und in ausreichender Weise für sie sorgte. Di^ Erhaltung bet Schule, der die Gemeinde ihre hohe Bildungsstufe, der zahlreiche Kreise ihre» ^Wohlstand verdanken, wurde Bildungsstätte gezollt, der Lehrer, für arme gleichem Umfang kaum ^lnd über den