Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-05-01 · Heft 5 (1.5.1904) · p. Seite 105

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 5 (1.5.1904)
Date
1904-05-01
Page
Seite 105 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969988-2969994--7256-2977936
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

105 wie namentlich durch sein lebendiges Wort ans den Versammlungen des allgemeinen 1 deutschen Lehrervereirs, bei der Enthüllung des Frankfurter Schillerdenkmals gewirft und jede Gelegenheit im Unterricht wie bei den Schulfeiern (so beim 100jährigen Geburtstag Schillers, beim Dahinscheiden Uhlands) benutzt, »m die Zog- - linge für das Vaterland zu entflammen. Deni Vaterlande zu dieneit, das war . allezeit auch der Stolz meines hochverehrten Herrn Amtsvorgängers. den Gottes " Gnade diesem Feste beiivvhnen laßt. Diesem Dienst widmete er seine Lernjahre durch eifrige Forschungen in der Geschichte des deutschen Mittelalters, für diesen : Dienst erzog er in mehr als jähriger Tätigkeit Generationen von Schüler und Schülerinnen und kettete sie durch seine Untenveisnng unauflöslich an die Heimat, selbst wenn sie später ihr Geschick auf lange Jahre in weite Fernen entführte. l Diese Trene. diese Liebe zum deutschen Batcrlandc, oder wie wir hent mit 1 gehobenem Gefühl sagen können, z>l Kaiser uub Reich ist gleichmäßig fest und innig * geblieben, welche Wirkung auch immer die ivechselnden politischen Verhältnisse nach den Freiheitskriegen bis zur Gegenivart aus Schule und Lehrer übten. I Wie jubelten gleich den übrigen Burgern der Stadt Vorsteher und Lehrer 1 des Philanthropins bei der Kunde, daß der alten Kaiserstadt ihre Freiheit wiedergegeben sei! Und ihre wahrhafte Herzensfreude blieb bestehen und wich selbst dann; nicht der Sehnsucht »ach der Talberg'sche» Zeit, als mit dem freistädtischen Regiment die engherzigen und kleinlichen Beschränkungen der jüdischen Bewohner einzogen, als von den nunmehrigen Machthabern dem Philanthropin — im Gegensatz zu den j reichen Mitteln, die den anderen Anstalten geivährt ivnrdeji — jede Unterstützung ■ verweigert und der von Dalberg bewilligte Zuschuß entzogen! wurde. Nieinals haben auch die feindlichen Gewalten, die wiederholt die auf dem gemeinsamen Boden des deutschen Vaterlandes znsammengeschweißte» Teile der deutschen Nation zu zerreißen? trachteten, unsere Liebe zum Vaterlande unser Bewußtsein der Zusammengehörigkeit - mit den übrige» Staatsbürgern lockern können. Znsanimengehalten. brüderlich 1 znsammengehalten habe» in guten und bösen Tage» alle Glieder des Philanthropins t mit den anderen Bürgern des Vaterlandes. In schwerer Zeit haben sie mit ihnen .• gebangt und gesorgt, willig und gern sich mit ihnen zu blutiger Wehr um des ' Vaterlandes Ehre dem Feinde entgegengestellt, in der Zeit des Friedens haben sie dem Rate dieser Stadt, ihren zahlreichen patriotischen und Humanitären Vereinigungen Z bereitwilligst ihre Kräfte gewidmet und nicht minder in de» stillen Kammern, rvo^ der wahrhaft tiefste Rat für Menschenwohl gepflegt wird, da nämlich, wo bcc Geist arbeitet in der Form der Wissenschaft sich zu jeder Zeit und auf allen Teilgebieten der Wissenschaft eifrig betätigt. Hier hat, um nur einige DahingeschiedeneI zu erwähne», unser Lazarus Geiger den sprachwissenschaftlichen Forschungen neue Bahnen gewiesen, haben unsere Dobriner, Wertheim und Strauß die Mathematik,-, unser Blum die Naturwissenschaften gefördert, hier beseelt auch heut getreu der am -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.