Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1904)
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 104 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Stelle die kosmopolitische Idee, die sich nun bis zu d:r gewaltigen Erhebung des deutschen Geistes in i)eit Freiheitskriegen allerorten behauptet. I» diesen Gedankenkreis treten die durch das Ghetto bisher znrückgedrängten, ans der engen Schranke sofort in ein Weltbürgertum, dessen einziges Interesse; eilte vernünftige Regierung ist, das kein Verständnis besitzt für den nationalen Staat, die nationale Einheit, das Nationalgesnhl. Zn diesem Weltbürgertum, dem übrigens damals alle Bevölkerungsschichten, nicht bloß die Inden anhingen, wird die Jugend in dein neubegründeten Philanthiopin wie auch in de» übrigen Schulen herangebildet, niemand empfindet die Schmarh, die dem deutschen Rainen grade um diese Zeit angetan wird, in begeisterten Worte» begrüßen Grüner von der Musterschule wie Geisenheimer und Heß vom Philanthropin die neue Zeit de^ freien Menschentums,, des tatkräftigen Idealismus, nicht genug können sie den Fürstprimas von Dalberg preisen, dessen „heiliger Wandel" „der Leitfaden" sei» soll, nachdem sie ihr Wirken richten wollen. Und doch tritt noch während der napvleonischcn Ära ein Umschwung in diesen Anschannngen ein. Die hehren Schöpsungen der deutschen Geisteshelden, mögen diese selbst auch von kosmopolitischen Ideen erfüllt sein, schasse» einen neuen Boden für deutsche Bildung, ans der sich als herrliche Frucht der nationale Gedanke erhebt. Wie für alle Schulen gibt er auch für das Philanthropi» fortab die Grundlage der Erziehung. Eine deutsche Schule zli sein, bleibt allezeit unserer Anstalt Stolz, deutsche Bildung, deutsche Gesittung ^n pflegen ihr oberstes Ziel. Die großen Gestalten, die bedeutenden Begebenheiten der deutsche» Vorzeit machen die. Schüler niit den historischen Grundlagen des Staates, dessen Bürger sie später werden sollen, bekannt, ans de» Werken der deutschen Dichter und Denker bildet sich ihre Ideenwelt, bildet sich der deutsche Idealismus, der zu dem gleichen herrlichen Ziele führt wie uiisere Religion, dhß das eigentliche Glück, der wahre Wert des Daseins .nicht in der Außenwelt, sondern allein im inneren Leben liegt. Derselbe Sber die Erziehung zum Erziehungsanstalt fort zeugung gelangt, daß religiöser Bürger des nationalen Geist z» Nachfolger. I» der sinnnng als Hochverra kehrer Heß, der in der erltcn von ihm verfaßten Schulschrist Weltbürgertum^ als vornehmlichsie Aufgabe jeder wahren ert, ist schon wenige Jahre später — 1814 — z» der Überdiese Aufgabe in der Heranbildnüg tugendhafter und wahrhaft- -Batcrla nde s liegt, und in üincntwegtcr Treue hat er in diesem nationalen Geist das Philanthropin bis in sein! hohes Alter geleitet. Diesen flegelt, das »aiionale Gefühl kraftvoll in der Jugend, die hier erzogen wurde, pulsieren zu lassen war das gleicheifrige Bemühe» aller seiner trüben Zeit der Reaktion, als hie Betätigung -deutscher Gegcbrandmarkt wurde, hat der Nachfolger von Heß, Sigismund Stern, ein hervorragendes Mitglied der Gothaer Parsei und des Nationalvereins, für die Herstellung einer festen Einigung unter den Tjeutschen durch seine Schriften Bfeafieflc»