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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 94

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 94 (sequence 22)
Language
German
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ffMWMWWWWWM Achtung vor der gewaltixen Macht des „Juden", den „Heiden" dagegen, der auch dem Christen unterliegen % WWW^NWW, i',, ■ - WHWMW - 94 — muß, tötet Elias mit einem Schlage seines Hutes. halbes Jahrtausend fpfitcr hatte Rußland den zweiten Kampf gegen Judentum zu bestehen, diesmal einen geistigen Kampf gegen Kinder rein israelitische» Stammes. Der griechische Katholizismus der selbst j keine Reformation durchgemacht, — wir .haben hierüber nur russische Quellen — wurde durch ein Gemisch von Nationalismus und Judentuni arg bedrängt. Es war dies um )ie Milte des 15. Jahrhunderts unter Johann 'III., Großfürsten von Moskau. Helene, die Mutter des ^Thronfolgers und schließlich dieser selbst bekannten sich,zu dem neuen Glauben. Mue Gegenströmung, veranlaßt von der Orthodoxe» Geist!ichkeit, nahm jedoch dieser Güte nach einem halben Jahrhundert ihre Macht. Ein anderer orthodoxer Mann Mgk Johann III. statt des rechtmäßigen Thronfolgers. Überreste dieser Sekte, die Pich durch strenge Sittlichkeit anszeichnete und in der Wissenschaft Bedeutendes Hastete, bestehen auch noch heute iu den Raskolniks. die versprengt in den östlichen eilen des weit ausgebreiteten Russenlaüdes wohnen und jetzt noch, nach vielen Jahrhunderten, schwere Heiden und Bedrückungen zu bestehen haben. — Endlich finden wir in der russischen Poesie Wundermärchen der jüdischen Apokryphen zu mannigfachen Bildern verwebt, beispielsweise Sagen von dem weisen König Salomo, wie sie u. a. in dem Regensburger Maasscbuch enthalten sind, reich mit originellen spezifisch russischen Zutaten versehen und schöpferisch f irtgebildet. Freilich, die Namen der Menschen und Tiere, die in diesen Pocsier handelnd auftreten, sind manchmal wundersam uiugebildet und kaum wieder zu eikennen, durch die Wissenschaft der Etymologie aber doch mit Gewißheit auf ihren Ursprung zurückzaführen. Daß die jüdische Version die ursprüngliche, das russisch« Gedicht eine Fortbildung ist, läßt sich dadurch beweisen» daß rein jüdische Tradition, einzeln und im Zusammenhänge, stets einen klaren Sinn ergibt, im russischen Liede eine Tentnng mancher Sonderheiten o hängender Sinn herausz wensentliche Teile ihrer t recht schwer fällt, vielfach i berhaupt kein zusammenabringen ist. Alle Völker, nicht nur die Russen, haben Literatur in Prosa und Poesie, dem Judentum entlehnt und teils verändert. Zym Dank werfen sie Steine in den Brunnen, aus dem fie getmnken haben und noch trinken. — Im Vereine zur Pflege der Wissenschaft des Judentums „Afike Jehuda" in Prag hielt Herr Rabl. Dr. Grün einen Vortrag über Prager Synagogen. Der Vortragende, welcher sich mit der Altertumskunde der Prager Gemeinde eingehend befaßt, entrollte ein klares Geschichtsbild der Altueusynagoge, des Wahrzeichens der Prager Gemeinde. In wissenschaftlicher Weise bewies er, daß die Altneusynagoge jünger ist die „Altschrl", welche im Jahre als 1868 niedergerissen wurde. Die Altneusyüagoge blieb unv erändert, wogegen anderen «mgebaut wurden. Auf den Namen übergehend, widerlegte er die sagenhaften Theorien, welche auf dem Worte „al —ttnai" beruhen und stellte fest, daß der L; Name auf den Umstand zurückzuführen sei, daß die Syr>agoge durch Umbau einer läüää

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