Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 95

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 95 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969988-2969993--7242-2977921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

alten entstand. Das Alter konnte nicht positiv sichergestellt werden, da der untere Teil in romanischem und der obere Teil in gothischem Stile gebaut ist. Fest stützt es, daß die Synagoge bereits vor dem Jahre 1318 stand. Die Gebetordnung weist mannigfache Abweichungen aus So z. B. wird der Sabbatpsalm „Mismor schir lejom haschabbos" zum Andenken an den sagenhaften Golei» des Rabbi Löw zweimal rezitiert. Am 2. Adar werden zum Andenken an die Rettung vor den Passauern im Jahre 1613 drei Selichoth von Abraham Lenczycz vorgetragen und der Tag;ist als Fasttag bestimmt worden. Der Fasttag am 14. Cheschwan bot dem Vortragenden Gelegenheit zu einem Rückblicke auf die Geschichte der Gemeindoof Dieser wurde zum Andenken an den göttlichen Schutz nach deni Fenstersturze And der Schlacht am Weißen Berge eingesetzt. Herr Dr. Grün erwähnte den Verfasser der Selichath für diesen Tag David Lippman, und las die Entleitnng zu denselben in einer Meisterhaften Übersetzung vor. Von dieser ausgehend, schilderte er die Gnadenakte Ferdinands des Zweiten gegen die Juden Böhmens. Im Jahre 1623^ wurde beit Jude» der Besitz von Häusern im Judenviertel gestattet, 1622 wurde" Bassewi geadelt, 1627 wurde ihnen der Handel und das Wohnen ait allen Orten; des Königreiches gestattet. Auch die fruchtlosen Versuche zur denkwürdigen Fahne der Altneusynagoge bot ebenfalls Gelegenheit zu historischen Reminiszenzen. Bo« den kele kodesch wurde die silberne, von Rabbi Ezechiel Lauda» gespendete Krone erwähnt. Zum Schlüsse forderte der Vortragende zu reger Arbeit für die jüdische Wissenschaft auf, betonte die Rötigkeit eines Beth-Hamidrasch für Prag^ und die Rötigkeit der Erhaltung der alten jüdischen Baudenkmäler. — Dil Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Den! mälern des Judentums in Wien eröffnete ant 28. Januar ihren diesjährigen Vvrtragszykb mit einer! Vorlesung des Rabbiners Dr. Elieser David über „Heinrich Heine n«! seine Stellung zum Judentum." Nach der einleitenden Bemerkung, daß es wohl nur wenige Lyriker gebe, deren Werke von so vielen Tondichtern in Musik geß wurden, ging der Vortragende zu dem eigentliche» Tema über und zeigte, daß di, Großeltern Heine's, namentlich der Großvater, sehr strenggläubig gewesen und letzt« sogar in Mitte der Repräsentanz der Düsseldorfer Judengemeinde eine hochachtba Stellung eingenommen hat. Heinrich selbst war, obivohl er nur geringen Berkehi mit den Juden hatte, in der Jugend trotzdem seiner Religion treu ergeben nutz Bestätigung dieser Tatsache erzählte Dr. David folgende Episoden: ES war einem Sabbattage, als in der Nähe des Hauses, i» welchem die Familie ihren Wohnsitz hatte ein verheerender Brand zum Ausbruche kam; die Feuerwe! war rasch zur Stelle und animierte die dort spielenden Knaben, sich an den Li arbeiten aktiv zu beteiligen. Heinrich Heine aber erwiederte: Heute am Sal ist uns jedwede Arbeit verboten, wir dürfen uns demnach der Löschaktion anschließen. Ein anderer Fall, der die Hörer zu lauten Lachsalven veranlaßt«. folgender. Mehrere Schulkolegen spazierten, es ivar gleichfalls an einem Sab

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.