Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969988-2969993--7231-2977910
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

hoher Stufe, Weisheit. Gottesfurcht und Demut." Insbesondere wird es dem religiösen Führer zur Pflicht gemacht, zu wandeln in Demut und Bescheidenheit. Sprich nicht, warnen Sie, ich will das Gotteswort verkünden, damit man mich als chochom imd rabbi als „Weisen" und „Gelehrten" anstaune, sondern erfülle deinen Beruf aus Liebe zu ihmj Treffender als alle diese Aussprüche veranschaulichen unsere Weisen den hohen!Wert der Demut durch folgende Erzählung. Als Gott e der Herr sich offenbaren sollte, da wetteiferte» die Berge mit einander, Gottes ^Herrlichkeit zu empfangen.; Der Libanon streckte seine gewaltigen Zedern zum Himmel "empor, der Hermon funkelte und blitzte in seinen Schnee- und Eisfeldern, der Karmel wies auf seine Quellen und Wälder hi», nur der Sinai stand einsam in sandiger Wüste. Gott der Herr aber zog an allen diesen Bergen vorüber, bis er den einsamen Sinai erblickte. Zu diesem sprach er alsdann: Du einsamer Hügel, der du bescheiden und verlassen dastehst, dich will ich erheben, und Gott ließ auf dem Sinai seine Herrlichkeit thronen und verkündete dort die Wahrheiten, die die ganze Welt erleuchteten. ' Was anders wollen unsere Weise» mit dieser Erzählung sagen, als daß der Gottesgeist nur auf demjenigen ruhen kann, der demütig und bescheiden ist. Von diesem^ Geiste der Demut, der aber nicht in Kriecherei ausarten darf, muß auch der: Führer in Israel durchdrungen sein, soll anders sein Wirken der Gemeinde zum ISegen gereichen. Bilden aber „mach adonoj“ „mach chochinuh mvinoli," mach „daas wejiras adonoj“ „Gottesbigeisterung", der „Geist der Erkenntnis und Einsicht,"„der Geist der Deinnt und Gottesfurcht" die funkelnden Edelsteine in der Krone seines Priesterberufes, alsdann wirb er imstande sein, zu erfüllen das Vermächtnis unseres -Stammvaters Abraham und zu lehren: „wechotm-u derecli adonoj laasos zedokoh jumischpot“, wie man i« den Wegen Gottes zu wandeln hat und wie ^geübt werden soll Gerechtigkeit und Recht, Liebe und Humanität. Wir hätten somit zu beantworten gesucht die Frage, die wir aufgeworfen s haben: Welcher Geist muß walten in denjenigen, dem die hohe und heilige Aufgabe Angefälle» ist, religiöser Führer , einer Gemeinde und Verkünder des Gotteswortes sein. Ob ich selbst ab :r auf diese Wesse meinen Beruf zu erfüllen bestrebt ^gewesen bin, darauf möge Antwort geben das Jahrzehnt meiner bisherigen Wirksamkeit in meiner Gemeinde Zum Allmächtigen aber flehe ich als „ebed adonoj“ als „Diener Gottes", daß sich an Euch allen bewähren möge der Segen, der ausgesprochen liegt in den Erhabenen Worten unserer Thora: „Der Herr segne und behüte euch, der Herr lasie sein Antlitz euch leuchten Hund sei euch gnädig, der Herr wende sein Antlitz euch zu und gewähre euch Frieden imMerdar". Amen. mäm mmi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.