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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 83

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 83 (sequence 11)
Language
German
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Mit Recht sagen daher unsere Weisen: „Ter Gottesgeist ruht nur aus dem Wissensreichen, der die Verhältnisse seiner Zeit z» begreifen und zu würdigen versteht., Darum muß auch der Lehrer in Israel Verständnis besitzen für das pulsierende Leben der Gegenwart, er muß darnach trachte», die Verbindung herzustellen zwischen Religiön und dem modernen Leben, mit seiner Würdigung der menschlichen Arbeit, der Wissenschaft, der Geistes- und Gewissensfreiheit. Der Talmud erzählt nnS: Als König Salomo den heiligen Tempel zu Jerusalem erbaute, meißelte er in die Wänd^ allerlei Bäume hinein; trugen nun die Bäunie in der Natur Früchte, so trugen auch die Bäume im Heiligtum Früchte. Ein treffliches Bild für die Wirksamkeii des Lehrers in Israel! Versieht er es die Früchte seiner Studien, die er nicht bloß aus Büchern, sondern auch aus dem Leben holt, im Gotteshause, allerdings der Würde desselben entsprechend, zu verwerten, so wird seine Rede nicht bloß gleichen einem Baume mit schönen Blättern und Blüten, sondern wird auch herrliche Früchte tragen, die Herz und Auge erfreuen. Mit der modernen Wisienschaft fortschreitend wird auch er es verstehen, i» die Herzen der Menschen zu leuchten und zu erfüllen das Vermächtnis unseres Stammvaters Abraham und zu lehren: „weschemru dereclj adonoj laasos zedokoh umisehpot“, wi e ma n in den Wegen Gottes wandelt wie edles Menschentum und Liebe zum Judentum zu vereinigen ist, wie man Gerechtigkeit und Recht, Nächstenliebe und Humanität zu üben hat. III. M. A.! Wen der Herr begnadet hat mit ..mach adonoj“ mit „ruach chöclnno uwinoh“ mit dem Gottesgeist, mit dem Geiste der Weisheit und Einsicht, der kastn leicht zur Überhebung gelangen. Zeigt uns das Leben ja gar oft begeisterte und wissensreiche Menschen, die jedoch von Überhebung nicht frei sind. In dem Lehrer Israels aber soll nicht bloß walten Gottbegeisterung. Weisheit und Einsicht, sondern auch „ruaolr daas wejiras adonoj“ der Geist der Gottesfurcht, der in der Demut sich kund gibt. Auch hierin kann Abraham uns als Borbiü» dienen. Denn bei all seiner Weisheit, bei all seiner Einsicht spricht Abraham: „Ich bin nur Staub und Asche" und wie unser Stammvater, so waren auch alle echten Propheten von tiefster Demut erfüllt. Pon Moses, dem größten aller Propheten, berichtet uns die Thora: „Mose-, war bejr bescheidenste von allen Menschen auf Erden." Der Prophet Jesaia rafk ans: „Stolze Blicke sind Zeichen eines niedrigen Menschen," der Prophet Jeremia^ warnt die Starken, Weisen und Reichen mit den Worten: „Nicht rühme sich derj Weise seiner Weisheit, nicht rühme sich der Starke seiner Stärke, nicht rühme sich^ der Reiche seines Reichtums." Zahllos sind auch die Stellen, in welchen der so verkannte, weil nicht gekannte Talmud die Demut als eine der höchsten Tagendes cmpsiehli. Die Demut wirb von ihm ans gleiche Stnfe mit der Weisheit u Gottesfurcht gestellt, denn unsere Lehrer bemerken: „Drei Dinge stehen auf gl«

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