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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 81

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 81 (sequence 9)
Language
German
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dazu a isersehe» „lemaan «aober fszaveb es bonow wees beso acharow“ nicht bloß seinen eigenen Kindern, sondern auch den nachfolgenden Geschlechtern den Weg G otte s zu lehren. Durch diese Gottesbegeisterung und Menschenliebe war Abraham ein Bo -bild für die späteren Propheten. Nicht bloß der Prophet Jesaia spricht wie Abrahcm „binenni“ „ich bin bereit," wo es gilt das Gottesivort der Menschheit zu fünften. Auch alle übrigen echten Propheten waren von edler Gottesbegeisterung durchdrlingen und traten ein für „zedokoh umischpot“ Gerechtigkeit und Recht, Nächste »liebe und Humanität, unbekümmert um Menschenlob uud Menschentadeli Vielleicht sah mancher von euch, m. A, das Bild jenes Künstlers, *) der es verstanden, sich in des Propheten Seele zu versetzen. Auf einem erhöhten Orte steht der Prophet, begeistert tritt er ein für Wahrheit und Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Humanität. Unerschrocken bekämpft er Unrecht, Sittenlosigkeit und Heuchelei. Da lauschen die Einen mit gespannter Aufmerksamkeit auf seine Worte, Ergriffenheit inalt sich in ihren Zügen, andere wiederum können die Wahrheit nicht ertragen und sind von Mißmut ergriffen, andere iviederum finden nur ein Hohngelächter für seine Begeisterung, doch der Prophet spricht unerschrocken weiter, was die Gottheit zu reden ihm gebietet. Die Wirksamkeit des Propheten, sie ist dem menschlichen Herzen zu vergleichen. Das menschliche Herz, verschieden von allen andere» Organen, die in Ruhe und Tätigkeit wechseln, muß immer tätig sein. Bon der ersten Sekunde bis zur lehten muß es schlagen, hört es auf zu schlagen, so tritt Fäulnis, Verderbnis und Verwesung ein.**) So konnte Abraham, so konnten auch die spätere» Propheten sich weder Ruhe noch Rast gönnen; sie mußten stets ihres Berufes eingedenk bleibe». Nur so kam es, daß Israel unter allen heidnischen Völkern bewahrt blieb vor Fäulnis, Verderbnis und Verwesung. SJf. A.! Unsere Weisen erzählen, Abraham habe an seinem Halse einen Edelstein getragen, jeder Kranke, der ihn betrachtete, habe seine Gesundheit sofort erlangt. Nach dem Tode Abrahams habe Gott den Edelstein ans Sonnenrad gehängt. l^in tiefer Sinn liegt in diesen Worten. Abraham, so wollen unsere Weisen sagen, rojat von solcher Gottesbegeisterung erfüllt, daß er selbst die von Unglauben und Zweifelsucht Angekränkelteil zur Begeisterung hiuriß, spricht doch selbst der heidnische König Abimelech zu Abraham: „Gott ist mit dir in allem, was du tust", riefen doch chie Söhne eines heidnischen Volkes ihm zu: „Ein Gottesfürst bist du in unserer Mitte"; der Schluß der Erzählung aber, Gott habe den Edelstein ans Sonnenrgd gehängt, lvill uns lehren, daß die Begeisterung nicht zu erkaufen ist von dem, der von dem seinen Blick nur auf die Erde und auf das Irdische heftet, sondern nur erworben werden kann, der seinen Blick zur Sonnenhöhe lenkt. Wohl Max Lieberg, der Prophet Jeremia predigt gegen Hohepriester und Bolk. (Ein Gemälde.) Bergl. Lazarus, Ideale Fragen S. IV.

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