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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 75

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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den Zusammenschluß aller großen jüdischen Organisationen, insbesondere der sämtlichen Gemeinden darstellt, in dem aber auch alle jüdischen Notablen Sitz «yd Stimme haben, die bis jetzt noch den Gemeindeverwaltungen fernstehen. In dieser Erkenntnis haben auch die Vorsitzenden des Zentral-Vereins sich für die groß«! Gesamtoraanisation entschieden und deren Zustandekommen gefördert. Von de« Gegnern des Planes wird ferner der Einwand erhoben, daß man durch das öffentliche Hervortreten die Regierungen kränken könne, daß man deshalb alles vermeiden müsse, was als Schreien ausgelegt werden würde. Dabei vergißt man wieder voll-j ständig, ^aß die Regierungen jetzt nicht sowohl die Führenden, als vielmehr die Geleiteten sind, die sich von den Strömungen im Volksleben treiben lassen, soweit diese öffentlich zu kräftigem Ausdrucke gelangen. Man erinnere sich nur daraus wie der Justizininister Schönstedt bei der Interpellation Peltasohn sich auf die „Imponderabilien", auf die öffentlichen Meinungsäußerungen, berufen hat, um die! Nichtanstellung und Nichtbeförderung jüdischer Richter und Beamten zu begründen^ Und läßt lsich nicht auch jetzt die bayrische Regierung von der ultramontanen Landtagslnehrhleit treiben? Haben nicht im Königreich Sachsen die Antisemiten das eine religiöse Einrichtung, der Juden hemmende Schächtverbot durchgesetzt? Ist dort nicht jetzt dem Landtage eine neue Judenverordnungs-Borlage zugegangen^ die den Wünschen |ber antisemitischen Konservativen entgegenkommt? Was will man danach! abwarten? Jetzt gilt es laut hinauszurufen, daß auf diesem Wege das Judentum vogelfrei wird; jetzt gilt es, eine innere Organisation so stark aufzubauen, daß man sich scheut, auf jener Bahn weiterzuschreiten! Nun sagt man. wir Juden allein können nichts durchsetzen; wir müssen uns auf die liberalen Parteien stützen unb diese für unsere Sache eintreten lassen. Daß von den Nationalen solches nichts« hoffen ist, darüber braucht man nicht zu reden; die freisinnigen Fraktionen aber halten nickt zusammen und sind leider arg geschwächt, so daß sie trotz bestem Willen ihrerseits uns nichts nützen können. Uns bleibt nur die Flucht in die Öffentlichkeit Und fürchtet man ein freies, vielleicht allzu freies und lautes Wort? Das beste Korrektiv für die Öffentlichkeit ist die Öffentlichkeit selbst: da werden ungebührlt Äußerungen sofort zurückgewiesen werden.-Eines noch: mit dem Schreien allein ist es natürlich nicht abgetan; wir müssen vielmehr aus dem Gebiete d Phrase heraus, müssen umfassendes authentisches Material für die Beschwerden dt "Juden über verfassungswidrige Vorgänge schaffen. Das wird die Bereinig« deutscher Israeliten ermöglichen, wenn sie allumfassend erscheint und system-tk wirkt. Der Plan des Judentags ist fallen gelassen worden; wenn sich aber d«! Verband i>er Israeliten Deutschlands konstituiert haben wird, sollen alle zwei Jahr in einer Versammlung der Delegierten des Verbands die alle deutschen Juden treffenden Angelegenheiten öffentlich besprochen werden " Redner schließt: resümiere .mich dahin, daß in dem zu schaffenden „Verbände der Israeliten lands" eine Zusammenfassung der Hauptelemente der deutschen Juden auf so!

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