Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1904)
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 70 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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sich selbst erhaben ist, nrije es heißt: „Er sitzt erhaben über dem Kreise der Erde." Jes. 40, 22. „Die Himmel sind seinThron und die Erde der Schemel seiner Füße." Jes. 66, 1. „3Pie er den Himmel aüsgebreitet, hat er den Odem des 1 Menschen in ihm gemacht." Jes. 1, 2 und „sammelt er den Odem der Lebenden, so vergeht alles Fleisch pnd der Mensch wird zur Asche." Hiob 3, 14. „Durch sein Wort besteht alles."! Ps. 33, 6. „Durch die Weisheit hat er die Erde gegründet, durch die Vernunft den Himmel ausgespannt. Spr. 3, 20. Die Weisheit ist Gottes Wort, der lebendige Odem durch den alles besteht. — So ist nach den Aussprüchen der jüdischen Lehre nach außen zu alles Natur, nach innen hin aber alles reine Geistigkeit. —(ibid. 8. 51.) Aber absolut genommen ist die Gottheit nach der Lehre des Judentums über alle Beschränkung erhaben, schlechthin einfach, unendlich, allgegenwärtig, allwissend und sich selbst genug, wie es heißt: Ehe die Welt war, war er von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90, 2. Er ist, der da war, ist, und sein wird. 2. Mos. 3, 4. Er ist der erste und letzte und außer ihm keiner. Jes. 44, 6. Ebenso: Höre Israel Jehova unser Gott ist ein einiger Jehova. 5. Mos. 6, 4. Du sollst dir kein Bild noch Gleichnis machen, 2. Mos. 20, 4, denn mit wem wollt ihr mich vergleichen, daß ich ihm ähnlich sei, spricht der Herr. Jes. 40, 15. Ferner heißt es: Wie sollte Gott auf Erden wohnen, siehe die Himmel und aller Himmel Himmel fassen ihn nicht. Er achtet auf deine! Wege alle, wo flüchtest du dich hin vor seinem Geiste? Steigest du gen Himmel, so ist er da. bettest du dir in der Hölle, er ist gegenwärtig, nehme die Flügel! der Morgenröte, eile zum äußersten Meeresrand, seine Hand führt dich daselbst, und seine Rechte hält dich. Redest du, die Finsternis soll mich umhüllen, die Nacht soll mich decken; die Finsternis ist nicht dunkel vor ihm, die Nacht leuchtet wie der Tag. Ps. 139, 11. Womit soll ich hintreten vor den Herrn? Mit Brand opfern und jährigen Kälbern? Hat etwa der Herr einen Gefallen an tausend Widdern? an unzähligen Strömen Oels? Soll ich meinen Erstgeborenen bringen für! mein Verschulde»? Meines Leibes Frucht zur Sühne der Seele? Es ist dir gefugt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Gerechtigkeit tun ünd Liebe üben und demütig wandeln vor deinem Gotte " Micha 6, 6. (ibicl. 8 52.) Zu leugnen ist es jedoch nicht, daß der Anthropomorphismus, welcher in den alten heiligen Schriften der Juden in einer einfachen, großartige» Gestalt, hervortritt, spater in den sogenannten Hagadoth, welche in dem Talmud und in den Midraschim aufbewahre erscheint. Schon die Versa ser des Talmud waren über den Wert dieser Hagadoth »weinig. Viele von ihnen ttji Teil aber sah dieselben als Sinn verborgen läge, daher sind, oft ans groteske nicht selten läppische Weise ollten dieselben durchaus verivorfen haben. Der größere Parabeln an, hinter »velchen ein tiefer, geheimnisvoller »vurden sie st, die Sammlung des Talmud' mit ausgenommen. Viele von diesen Erzählungen sind höchst vortrefflich, andere hin-