Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1904)
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 60 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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die Lichtstrahlen, welche vl die von'Zeit zu Zeit auftra m Geiste der wenigen erleuchteten Männer ausgingen, en, sie nicht zu verscheuchen vermochten. Die Menschen hatten keine Ahnung von ihrer höheren Würde, trachteten nur nach der Befriedigung ihrer sinnlichen Begierde auf unerlaubtem Wege, und, statt ihrem erhabene» Berufe gemäß, zum großen Ideale der Gottheit emporzustreben und selbst würdige Ebenbilder Gottes auf Erden zu werden, inachten sie vielmehr Gott zu ihren« Ebenbilde und öffneten dadurch dem Laster Tür und Tor. Denn sie blieben nicht ' dabei stehen, daß sie sich Götzenbilder von Holz und Stein, Gold und Silber . mit eignen Händen verfertigten und sie anbeteten, sondern sie gingen in ihrer Verblendung so weit, daß sie dem göttlichen Wesen alle ihre Gebrechen und fehlerhaften Neigungen andichteten, sich ihren Schöpfer als stolz, jähzornig, rachsüchtig und wankelmütig vorstellten, und in ihm ein Vorbild zu finden wähnten, das zur Gillung aller zügellosen Begierden aufmuuterte. Da faßte Gott in seiner unergründlichen Weisheit den Entschluß, das einzige Volk der damaligen Zeit, bei welche«» sich noch Spuren vom edlen Wirken fanden, die Abraham unter die "Menschen ausgestreut, unmittelbar und in leicht verständlicher Sprache mit seiner ^.eigentlichen Bestimmung bekannt zu machen und mit zehn Worten sagte er ihnen Alles, was er von dem Menschen verlangt: innere tiefgefühlte Gottverehrung, Unterwerfung der Sinne u «ter die Herrschaft der Vernunft, weise Verteilung der Zeit, Werktage und andere, die dein Dienste des Herrn gerveiht sind. Und das ganze Volk übernahin freudig die ihm erteilte Lehre und widmete sich einstimmig dem Dienste seines Erlösers, und das Menschengeschlecht sah, leider nur eine zu kurze Zeit, in seiner Mitte einen jugendliche» Völkerstamm, der,, frei von blindem Aberglauben und unl^eherrscht von heidnischen Priestern ohne die dürstige Anregung der priesterlichen Zeremonien nicht seinen Gott, sondernden Gott, Vater und König aller Völker der Erde, den es aufrichtig verehrte und dadurch in einer täglich steigenden Veredlung begriffen »vor. Diese schöne Zeit ließ Gott später den Israeliten durch seine Propheten in Erinnerung rufen: Ich. gedenke dir, spricht er. deiner Treue in deiner Jugendzeit, deiner Liebe iin Brautstände, und so oft ich daran denke, regt sich «nein? Barmhetzigkeit und ich schließe dich liebevoll in «neine Arme. Wie schnell verflossen aber jen: Tage der reinon Gottverehrung und der Heiligkeit! Mvch nicht gestärkt in der neuen Laufbahn, verließen unsere Vorfahren das göttliches Gesetz, dessen reines Licht ihre Äuget, nicht zu vertragen vermochten und benutzten die kurze Abwesenheit ihres Führers, um zu den heidnische« Gebräuchen zurückzukehren, denen sie so feierlich auf immer entsagt hatten., und erkühnten sich, die göttliche Majestät, das große Wesen, welches alle Räume des Weltalls nicht fassen können, durch ein gegossenes Bild darzustellen. Diese Sünde an sich hätte wohl durch ein: verhältnismäßige Strafe gebüßt «verden können, wenn sie nur eine falsche Vorstellung von der Gottheit zuin Grunde gehabt hätte; h. solche, die ganz dem Wesen unseres hi«nmlischen denn richtige Vorstellungen, d.