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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-03-01 · Heft 3 (1.3.1904) · p. Seite 56

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 3 (1.3.1904)
Date
1904-03-01
Page
Seite 56 (sequence 10)
Language
German
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56 der Klassen vermehrte fidi allmiilig auf zehn Knaben- und sieben Mädchenklassen, was eine streng stufenmäfige Verteilung des immer umfangreicher sich gestaltenden Unterrichtsstoffes möglich machte, und nm; 10. November 1845 bezog das Institut ein eigens für dasselbe erbautes, trefflich gelegenes Schulgebäude, das. mit wahrhafter Munificenz und n it großer Umsicht für den Zweck der Anstalt eingerichtet, eine Zierde der Stadt un) ein sprechendes Zeugnis des hohen Wertes ist, den die Gemeinde auf das fernere Gedeihen der Anstalt legt, in welche besonders seit dem Jahre 1848 auch aus öer christlichen Bevölkerung Frankfurts zahlreiche Zöglinge emgetreten sind. Das Verdienst, das sich Heß durch neunundvierzigjätzrige Leitung dieser Anstalt erworben hat, ist kvin Gewöhnliches und reicht weit über die Grenzen der eigentlichen Lehrtätigkeit hinaus. Er ist, wenn nicht der Gründer, so doch der Schöpfer derselben, da sie ihm ihre Blüte, ihre Entwickelung, ihren Organismus verdankt, und es vornehnilich sein Geist ist, von dem sie ihre Richtung und ihreir Charakter erhalten hat. Die Schule i 't aber wieder offenbar zur Trägerin des Geistes geworden, der sich durch zwei aufei nander folgende Geschlechter in der jüdischen Gemeinde Frankfurts ausgebildet hat denn diese hat ihre wesentlichsten- Bildungselemente, die Grundlagen ihrer sittlichen und religiösen Lebensänschanungen, vornehmlich aus dieser Schule empfangen. Eben so unzweifelhaft ist es aber auch,- daß der Fortschritt, welcher hier angebahnt wurde, sich von hier aus, wie von einem geistigen Mittelpunkt, auf . die jüdischen Gemeinden des deutschen Westens verbreitet hat. Und so ist es die Wirksamkeit dieses unermüdlichen Arbeiters auf dem Gebiete der Geistesbildung und Geistesfreiheitdie durch die Schule die Gemeinde und durch die Gemeinde Frankfurts zahlreiche andere Gemeindet» Deutschlands auf die Höhe der geistigen und sittlichen Zeitbildung erhoben und ihnen die wohlverdiente Achtung ihrer andersglaubenden Mitbürger errrngen hat.! Wenn die Schule im Allgemeinen nichts Hervorragenderes leistetete, als andere deutsche Schulen, die >vie diese die Knaben slür den höheren Geiverbsstand und die Mädchen für die höheren Stufen deS gebildete» Bürgerstaudes vorbereiten, so darf eS doch als ein anerkennenswertes Verdienst derselben und insbesondere ihres Leiters bezeichnet werden, wenn sie auch eben so »venig den Vergleich mit denselben zu scheuen hat,. Denn »velch' ein anderer Boden >var es, aus dem hier und aus dem dort dieselbe Frucht gezogen »verden sollte? Nicht mit christlichen Schulen gleicher St»lfe, sondern mit dem, was vor fünfzig Jahren eine jüdische Schule und das jüdische Schulwesen war, muß mandiese Anstalt vergleichen, um den Wert einer solchen Schöpfung und daS Verdienst ihrer Schöpfer und Bildner zu würdige». Nicht den Bildungszustand der Juden mit dem der Christen muß nian gegen einander abwägen, obgleich die Juden Frankfurts diesen Vergleich keinesivegs zu scheuen haben, sondern den der gegenwärtigen Juden Schule geleistet hat. mit der Bildung ihrer Großväter, um zu begreifen, >vas die ES. hat daher diese Schule, weil sie von Grund aus d?n hi

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