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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-03-01 · Heft 3 (1.3.1904) · p. Seite 55

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 3 (1.3.1904)
Date
1904-03-01
Page
Seite 55 (sequence 9)
Language
German
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-v'* WM — 55 - »MPWPiM unf WEHS« Verbündeten, und siehe da, am 15. November erhielt Heß von der österreichischen Sanitätsbehörde plötzlich den Befehl, das kaum gewonnene Schullokal sofort zu säumen, da es zum Lazaret bestimmt sei; und eine Stunde später wurde der Befehl von der Militärgewalt in schonungslosester Weise ausgeführt.- Es mußte für Unterbringung der Schule notdürftig Rat geschafft und nach etwa sechs Wochen das geräumte und verwüstete Lokal. mit vielen damals schwer aufzubringenden Kosten wieder hergestellt werden. Mit der Rückkehr Frankfurts in seine früheren politischen Verhältnisse kehrte leider auch die Ausnahmsstellung der Juden mit ihren mittelalterlichen Beschränkungen wieder. Damit hörte auch der der Schule von der Staatskasse bisher geleistete Zuschuß von 2000 Gulden auf, und es geriet dieselbe in die schwierigste Lage, so daß die notwendigen Mittel zu deren Unterhaltung wieder durch Privatsubscription ergänzt werden mußten, und mehrere Jahre hindurch die Fortexistenz der Anstalt in Frage gestellt schien. Es gehörte die unermüdliche Energie und die opfermutige Hingebung von Heß und seinen Kollegen und die äußerste Kraftanstrengung des Schulrats dazu, um ihre Schöpfung auch über diese traurige Zeit glücklich hinweg zu führen. Erst im Jahre 1819 gestalteten sich die Verhältnisse wieder günstiger. Die segensreiche Wirksamkeit der Schule auf die gesamte Entwickelung der Gemeinde war eine zu fühlbare, als daß nicht auch jetzt von Seiten der kompetenten Staatsbehörden für die Erhaltung und Pflege derselben eingetreten werden sollte. Der von dem Senate zuin Regierungs-Kommissär der jüdischen Gemeinde ernannte Schöff Ihm, ein , Mann, der für Aufklärung, Fortschritt und Humanität nach allen Richtungen wirksam war, wandte seine Tätigkeit mit besonderer Liebe dem Schulwesen zu, setzte sfch in enge freundschaftliche Beziehung zu Heß, und es gelang den gemeinsamen Bemühungen Beider, dem Schulfonds zunächst die aus früheren Zeiten für ähnliche Zwecke bestimmten milden Stiftungen und Vermächtnisse zuzuwenden, und endlich im Jahre 1822 das geeignete Verhältnis der Schule zur Gemeinde herznstellen. Hiernach übernahm diese die Verpflichtung, für die Geldbedürfniffe der Schule Sorge zu tragen, insoweit dieselben nicht durch ihre Einnahmen gedeckt würden, wogegen den Gemeindebehörden das Recht der Zustiinmung zu allen neuen Ausgaben zugeteilt, und drei Mitglieder des Gemeindevorstandes den sechs Mitgliedern des Schulrats zugesellt wurden. Der so zusaminengesetzte Schulrat behielt jedoch seine volle Selbstständigkeit in der inneren Verwaltung und Leitung der Schule. Nach dieser fast zwanzigjährigen Epoche des Werdens und Wachsens, des Ringens und Känipfens mit den mannigfachsten und verschiedenartigsten Hemmniffe» ihres Gedeihens entwickelte sich die Schule in ruhigem und organischem Fortschreiten auf dem einmal betretenen und geebneten Wege zu immer größerem Umfange und immer höherer Bedeutung. Die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die bei dem, wachsenden Ruf der Anstalt zum Teil aus den fernsten Gegenden Europa's und Amerika'- in die Anstalt eintraten, stieg allmälig auf 600 und darüber. Die Zahl.

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