Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1904)
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 53 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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iniieruiig an seine edlen Züge sich erhalten möge. In den Herzen di rer. die ihn kannten, wird es einer solchen Erinnerung nicht bedürfen. Der Einfluß eines so frischen, anregenden und schöpferisch gestaltenden Geistes wie Heß gab sich in dein Gedeihen der Anstalt bald nach allen Richtungen zu erkennen. Die Begeisterung, mit der er selbst a» seine Aufgabe herantnit, teilte sich den übrigen Lehrern mit; der sichere Blick, mit dem er jedem derselben dni geeigneten Platz anzuweisen verstand, erhöhte ihre Freudigkeit in der Erfüllung ihres Berufs; die Gemeinsamkeit des Wirkens stärkte die Kraft jedes Einzelnen, und in gemeinsamer Arbeit suchten sie sich mit den pädagogischen Schriften jener Zeit bekannt zu machen, während Jeder in seinem Fache durch Selbststudium sich fortzubilden bemüht war. Welche Arbeitskraft damals auf die Berufstätigkeit verwendet würdig ergibt sich daraus, daß der Oberlehrer, neben der Leitung des Ganzen, vierunddre ßig wöchentliche Lehrstunde» erteilte, und dabei unablässig für seine weitere wissenschaftliche und pädagogische Forbildung bemüht war. Mit gleichen» Eifefc und mit gleicher Hinsicht gab sich das Verwaltuiigskomitee, das später den Titel Schulrat erhielt, der übernommenen Mühewaltung für Erhaltung und Leitung der Anstalt hin; und ich möchte hier im Allgeineinen bemerken, daß bis auf den heutigen Tag den Verdiensten dieses Schulrats um das äußere Gedeihen und den inneren Geist der Schule die höchste Anerkennung gebührt, wie ja überhaupt so günstige Erfolge nur durch das einmütige Zusammenwirken aller Kräfte erzielt werden konnten- Eine solche Begeisterung und. Hingebung der Lehrenden mußte wohl auch einen entsprechenden Einstuß auf die empfangende und danials ganz besonders empfängliche Jugend ausüben. Die erste öffentliche Prüfung, zu welcher Heß durch ein Programm „Über den Unterricht in der Religion und der Moral" einlud, ergab ein so glanzendes Resultat, daß die Zahl der bezahlenden Schüler, welche nach dem Statut die der Freischüler nicht übersteigen durfte, bedeutend wuchs und alsbald eine dritte Klasse eingerichtet werden mußte. In raschem und ununterbrochenem Fortschreilen entwickelte sich nun der äußere Umfang der Schule und die innere Organisation des Unterrichts zu immer höherer Bedeutung, so daß die Anstalt schon im Jahre 1809 aus fünf Knaben» klaffen bestand und im Jahre 1810 eine Mädchenschule mit derselben verbunden werden konnte, für ivelche die Teilnahme so groß war, daß sie alsbald in drei Klassen geteilt werden konnte, zu denen im folgenden Jahre eine vierte hinzukam. Wie groß das Verdienst dieser neuen Schöpfung war, kann mir derjenige ermessen» der es weiß, wie gänzlich vernachlässigt bis dahi» die weibliche Erziehung unter den Juden war, npd daß die Mädchen tatsächlich gar keinen Jugendunterricht genossen. Welche» Einfluß! aber eine entsprechende geistige und sittliche Bildung der Frauen auf den allgemeinst Bildungszustand der Zeit und insbesondere auf die Heranbildung des jüngeren Geschlechts ausübt, ist nirgends sichtbarer zu erkennen, als in der jüdischen Gemeinde Frankfurts, wo es vornehmlich die gebildeten and wohluater»