Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2969669-2969988-2969991--7186-2977863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ijrat Timendorfer in her Israelitischen Gemeinde in Saarbnrg i. L. wurde zum Bürgermeister gewählt. — In München starb im ^Berufe Bankier, welche sächsischen Generalkonsuls göttlichen wissenschaftlichen Berlin betraute. — Herr Sylvain Herr, der Präsident 80. Lebensjahre War Kitter von Wilmersdörffer. in seinem die Würden eines königlich bayerischen Kommerzienrates, eines königlich sälhsischen geheimen Kommerzienrates und eines königlich bekleidete. Max von Wilmersdörffer war ein Mann von außerordentlicher Bildung, ein Freund der Wissenschaft, der wegen seiner per- Neigungen mit den gelehrtesten Kreisen in Beziehung stand, ' der sich des Besitzes einer. großartigen Sammlung von Büchern, insbesondere von Jüdaica erfreute; auch di Münzenkunde pflegte er eifrig, insbesondere durch den Besitz einer kostbaren Sammlung. Er trug das Komthurkreuz des königlich sächsischen Verdienstordens und des Albrechtsordens, und auch sein eigener Landesherr hatte ihn mit Ordensauszeichnunzen bedacht, welche vpr ihm höher keiner seiner Stammesgenossen in Bayern getragen hat; es sind das Komthurkreuz des Verdienstordens vom heiligen Michael und von Wilmersdörffer ein gr Brrmögensangelegenheiten das Ritterkreuz des Zivilverdienstordens der bayerischen Krone, mit welchem der persönliche Adel verbunden Tatsächlich hat sich Max coßes bürgerliches Verdienst erworben dadurch, daß er die!>es Prinzregenten und seiner Familie, die in Wirklichkeit keine Privatangelegenheit, sondern eine öffentliche Angelegenheit von wesentlichem Interesse für die Bevölkerung bilden, mit großer Gewissenhaftigkeit und mit großem Geschicke^ erfolgreich seit langer Zeit besorgte. Er genoß auch persönlich die gnädige Anerkennnng des Prinzregenten, der seiner Teilnahme für den Kranken dadurch Ausdruck gab, daß er sich alltäglich nach seinem Befinden erkundigen ließ. Das Geschäft, in welchem v. W. tätig war, das älteste Bankgeschäft in München wurde unter der Firma I. N. Oberndörffer 1829 von seinen Oheimen begründet und von ihm persönlich schon mehr äls 50 Jahre, darunter etwa 24 Jahre lang in offener Handelsgesellschaft mit dem bekannten Mäcen jüdischer Wissenschaft Abraham Merzbacher erfolgreich betrieben. Max von Wilmersdörfer hat auch von 1864—1869 hie Stelle eines Vorstehers der Münchener Kultusgemeinde bekleidet. Die Münchener Neuesten Nachrichten rühmen ihm unter anderem auch nach, daß er als Numismatiker sich eines Weltrufes erfreute, daß er an der Errichtung des Denkmals Königs Max II. in der Moximiliansstraße sich hervorragend, nämlich durch Führung der lange Jahre in Anspruch nehmenden Kassengeschäfte, beteiligte und bei Erwerbung von manchem Kunstwerk, das heute München ziere, hilfreiche Hand geleistet habe. Seine Königlirhe Hoheit der Prinz-Regent haben unmittelbar nach 'Kenntnis der Nachricht vom Tode des königlichen Generalkonsuls Max von Wilmersdörffer durch den Geheimen Hofrat von Klug persönlich in der Sterbewohnung den Hinterbliebenen Allerhöchst Ihr Beileid an dem großen Verluste zum Ausdruck bringen und einen prachtvollen Kranz zu Ehren des Verstorbenen übergeben lassen. — Ein Teil b|er. wertvollen Rothschildschen hebräischen Bibliothek ist