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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-02-01 · Heft 2 (1.2.1904) · p. Seite 30

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 2 (1.2.1904)
Date
1904-02-01
Page
Seite 30 (sequence 8)
Language
German
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■f - . DaS sind die gliche Bild Jellinek's) siehe, richtet, die er an kmrst unserer Glaubensb - auch üben. Sein Andenke »rte, die er (Redner zeigt auf das im Sitzungssaale be» auch heute an mich, der ich an der Neige meines Lebens uns Alle richtet, die wir am Beratungstische für die Zurüderschaft zu sorgen die heilige Pflicht haben und diese n sei gesegnet!" IJPmotfo über Salomon Sulzer geb. am 30. März 1804 zu Hohenems, gest. ant 17. Januar 1690 zu Wien. Es war, glaube ich, während der Wiener Weltausstellung 1873, als ich den gerühmten Wiener Kantor Salomon Sulzer hörte. Er ist in einem Alter von nahezu 90 Jahren aus dem Leben geschieden. Ich ging damals mit zwei berühmten Freunden, Professor Dr. Lazarus und Berthold Auerbach, aus Berlin, welche sich tauch in der Kaiserstadt aufhielten, in den Tempel. Der Zweck unseres Tempel- ^hesuchs war unfern Freuid Adolf Jellinek sprechen zu hören, jenen berühmten Prediger, der durch Wort und Schrift einen so mächtigen Einfluß auf die gesamte Judenheit ausübt. Dr. Jellineks Predigt war ein Meisterwerk und entsprach seinem Rufe als einer der aufgeklärtesten und geistvollsten Denker unserer Zeit. Aber da war im Gottesdienst etwas, das mir wenigstens neu war, der Gesang des großen Kantors Salomon Sulzer. Salomon Sulzer stammt von einer Familie, deren Name ursprünglich Levi mar, und welche in einer Zeit der Judenverfolgung mit zwanzig anderen Familien aus ihrem Wohnsitz Vorarlberg vertrieben wurde. Sulzers Eltern waren Personen von Vermöge>l und Anseheu. Der Vater besaß Fabriken und Häuser in HohenemS und war für seine Zeit hervorragend gebildet, auch die Mutter Fanny Sulzer war eine gebildete und hochverständige Frau. Sie hatten Beide große Vorliebe für Musik und Frau Sulzer bat einst ihren Gatten sie einmal in die Oper nach München oder Innsbruck zu begleiten. Was das zu jener Zeit bedeutete, kann .mau beurteilen, wenn man bedenkt, daß ortodoxe Juden Polens es noch heute als ein strafwürdiges Vergehen betrachten, Theater zu besuchen. Salomon war ein munteret, lebhaftes Kind, das sich in kindlichem Übermut sogar oft Gefahren aussetzte. Einmal stellte er sich in einen Gießbach und wäre jedenfalls weggeschwemmt worden, wrnn ihn nicht ein mutiger Landmann gerettet hätte. In späteren Jahren setzte er diesem seinem Lebensretter eine Pension aus. Diese merkwürdige Rettung entschied über sein künftiges Leben. Die etwas romantische Mutter weihte den Sohn dem Dienste Gottes und kleidete ihn von nun an in weiße Gewänder. Er wurde in eine Talmndschule nach Endingen geschickt und später nach Karlsruhe um Musik zu studieren. Seine Stimme entwickelte sich herrlich und da Salomon auch sonst bedeutende musikalische Begabung zeigte, wollte er sich zum Kantor für seine Vaterstadt ausbilden. Aber die guten Hohenemjer, glaubten nicht

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