Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 29 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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auch wir erhalten, seien, und Friede der wir alle gesegnet se rns In der Vorsitz Pflicht ob. bestrebt sein, innerhalb unserer Gemeinde den Frieden zu wahren und zu Viele meinen, daß sie allein die Träger und Förderer des Judentums möchten ihre Anschauung als allein maßgebend hinstellen. Aber der Gesamtheit geht doch über alles und in diesem großen Bestreben wollen einigen im Sinne und Geiste Dr. Adolf Jellineks, dessen Andenken Amen! der Plenarsitzung des Wiener Kultnrvorstandes vom 6. Januar gedachte »ende, I. Vizepräsident Dr. Alfred Stern, Dr. Adolf Jellineks mit folgenden eindrucksvollen Worten: „Bevor wir an die Erledigung unserer Tagesordnung gehen, liegt mir die eines großen Toten in Israel zu gedenken, dessen Sterbetag nach unserer jüdischen Zeitrechnung' sich binnen zwei Tagen, an dem dieswöchentlichen Freitags zum zehntel Male jährt. Am 28 Dezember 1893, nach jüdischer Zeitrechnung am 20. des Monates Thebet 5654, ist der große Meister der Wissenschaft, der Lehre und Rede, Dr. Adolf Jellinek, aüs dem Leben geschieden. Wenige Tage vorher, am Sabbath „Wajechi", an dem Sabbathe, da diese Paraschah gelesen wird, welche mit dem Worte des Lebens beginnt und ihrem ganzen Inhalte nach zu einer Apotheose des Todes und des uns eigenen treuen Festhaltens pietätvoller Erinnerung an unsere Dahingeschiedenen sich gestaltet, hat Dr. Jellinek von der Kanzel hier in diesem Hause zum letzten Mase der andächtigen Menge Gottes Wort verkündet, und an dem Vorabend desselben Sabbathes ist vor wenigen Tagen von der Kanzel hier' in diesem Hause, wie in allen unseren Wiener Gemeindetempeln sein Gedächtnis gefeiert worden. 36 Jahre!hat er in unserer Gemeinde des Lehrer- und Predigeramtes gewaltet. Es liegt tjtir nicht ob, ich wäre es auch nicht im Stande, seine Bedeutung als Meister det jüdischen Wissenschaft entsprechend zu würdigen. Wohl aber ist in mir unverlöschlich der Eindruck, den so manche seiner Meisterreden auf mich, gleichwie auf seine vielen Zuhörer übte, so eine seine ersten Reden hier bei Legung des Schlußsteines im Leopoldstädter Tempel vor 45 Jahren, am 15. Mai 1858, da er diesen Stein als den „Ewen haeser“ bezeichnete, den Stein des göttlichen Beistandes, der göttlichen Hilfe, nach der wir damals — es war für uns eine sehr böse Zeit — Alle seufzten; der Eindruck der Reden, in welchen er die Gemeinde zur Einigkeit, zum Frieden, zunr treuen Festhalten, zur Übung der Wohltätigkeit mahnte. „Lasset uns nicht müde werden" — so sagte er — „das Wahre, Rechte und Gute zu fördern, wo und wann wir es können. Erfreuen wir uns auch nicht eineschnellen Erfolges, und wird unser Streben auch nicht sofort verwirklicht und genießen wir auch nicht die Früchte unserer Aussaat, so müssen wir dennoch treue Dienen der Wahrheit bleiben und unsere Hoffnung auf die Zukunft, auf die kommenden Geschlechter setzen." im MWMffÜüiiBa Mm äüiL