Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 27 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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„Wenn Sie mich nun frage», was nach meiner Ansicht die Juden tun solle», so ergibt sich meine Antwort von selbst aus jener christlichen Lehre, die ich zu begreifen suche und der ich nachzuleben bemüht bin. Die Juden haben, wie alle anderen Menschen um ihres Glückes willen nur eines zu tun; so viel wie möglich in ihrem Leben dem für die gesamte Welt der Menschen geltenden Grundsatz zu befolgen, laß ma» anderen gegenüber sich so zu verhalten habe wie man wünscht, daß sie sich gegen einen selbst verhalten mochten. Nicht mit den Mitteln der Gewalt mögen sie die Regierung bekämpfen, sondern durch ein wahrhaft gutes Leben, das nicht nur jede unmittelbare Gewalttat gegen den Nächsten, sondern auch jede unmittelbare Beteiligung an einer Gewalttat, jede Ausnützung einer Gewalttat zu eigenem Borteil ausschließt." Es! ist alt und allbekannt, was ich da sage aber es ist eben alles, was ich über diesen Punkt aus Anlaß der furchtbaren Kischinewer Ereignisse zu sagen habe. Ich übersende Ihnen anbei das Manuskript der „Drei Legenden", schreibt Leo Tolstoi Anfang September und würde mich herzlich freuen, wenn Sie den durch Ihre Veröffentlichung angestrebten Zweck erreichen würden. Uvd nun folgen die drei Legenden: König Assarhadon; Arbeit, Tod und und Drei Fragen, die von dem Geiste echter Menschenliebe durchweht dem wir wünschen, daß er die weitesten Kreise erhallen und beseelen möge besonders bezeichnend für dieselben die Schlußworte der ersten Legende: Du wähnst, daß das Leben in Dir allein sei, ich aber habe den Schleier des Truges von Deinen Augen genommen, und Du hast gesehen, daß wenn Du Anderen Böses zufügst, Du es nur Dir selbst züfügst. Ein Leben, ein einziges ist in allen Krankheit sind, von und sind 1 und nur in diesem kommnen reißt, die ein Teil dieses einen einzigen Lebens offenbart sich in Dir. Und nur einem Teile des Lebens in Dir selbst, vermagst Du das Leben zu vervollkommnien oder zu verpfuschen, zu vermehren oder zu vermindern. Bervollannst Du das Leben in Dir nur dadurch, daß Du die Schranken nieder- Dein Leben von dem Leben der übrigen Wesen trennen, daß Du die übrigen Wesen für Dich selber nimmst, daß Du sie liebst } Ium >iv jährigen Todestag Ar. Adolf AeMneks. Am Karz lichen Herr Obel dem Anbei Der Redi e 28. Dezember. 1903 sind zehn Jahre seit dem Tode dieses unvergeßelredners und Gelehrten abgelaufen und aus diesem Anlaffe widntü« rabbiner Dr. Güdemann in einer Freitag-Abend-Predigt im Stadttempel^ ken dieses wahrhaft großen Mannes pietätvolle Worte der Erinnerung, r sagte ungefähr folgendes: