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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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23 MW Wörter und Rätsel Seite 225—242. — Hermann Heijermans jr., Sabbath. Eine Studie. Einzig autorisierte, nach dem Manuskript hergestellte Übersetzung von R. Rüben, Verlag von Bruno Feigenspan, Pößneck i. Thür (8° 80 Seiten, elegant broschiert 1 M.) Dieses neueste Werk Heijermans, übersetzt von R. Rüben, verdient besonderer Hervorhebung. Es zeichnet sich, wie alle Schöpfungen des holländischen Denkers und Schriftstellers — man erinnere sich nur an seine „Ausgewählte Falkland-Skizzen" und „Interieurs" — durch eine ungewöhnliche Behandlung des Stoffes und durch eine spannende Schreibweise aus. Im Mittelpunkte der kulturhistorischen Studie steht das Lebe» und Treiben des Amsterdamer Judenviertels. Mit plastischer Schärfe treten die Typen jener Bewohner vor den Geist des Lesers. Die eingehende Beobachtung und mehr noch die meisterhafte Wiedergabe des jüdischen Familienlebens ist beivundernswert. Mit hervortretender Tendenz weiß der Schriftsteller das dekadente und verkommende alte reine Rassejudentum äußerst naturgetreu zu treffen, er scheut sich auch nicht, diese Individuen in ihrer ganzen marklosen Verlumptheit mit Meisterhand zu zeichnen. Wer einmal ganz in den inner» und äußern Moder dieser menschlichen Gesellschaft, in die kein Körnlein duftiger Frühlingsluft hineimveht, schauen will, der wird und muß nach Heijermanns „Sabbath" greifen. Mit dieser Lektüre wird er am besten auf seine Rechnung kommen. Das Werk ist gewiß eine scharfe, dabei äußerst interessante Studie in dieser Hinsicht. — Für die Erklärung der zahlreichen Ausdrücke des Judendeutsch, die in der Erzählung Vorkommen, ist am Schlüsse dankenswerter Weise ein verdeutschendes Verzeichnis gebracht — I» der Halbmonatsschrift „Aus fremden Zungen" (Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart und Leipzig) lesen wir: „Die Juden in Polen, Litauen und Südrußland haben zwei Sprachen, die sie ihr eigeu nennen, und in beide» besitzen sie bedeutsame, zum Teil hoch entwickelte Literaturen: die „hebräische und die judendeutsche, schlechthin „jüdische" genannt. Das „Jüdische" ist Mittelhochdeutsch, mit vielen althochdeutschen Elemente» durchsetzt, aber phonetisch weitergebildet. Die ältesten Literaturdenkmäler dieses Idioms rühren aus dem 14. Jahrhundert her. Im Verlaufe der Zeit hat es viele hebräische Elemente nnd Formen und, am Ausgange des Mittelalters nach Polen verpflanzt, auch viele slavische ausgenommen und umgebildet Das Hebräische war die Literatursprache der Intellektuellen, das „Jüdische" die Sprache des Volkes. Gebet-, Erbauungs- und Gesangbücher, Erzählungen und Liedersammlungen für das Volk waren in dieser Sprache stets vorhanden, aber erst in der netteren Zeit, etwa ein Jahrhundert, nachdem das „Jüdische" in seiner Urheimat, unter den deutschen Juden, ausgestorben war, entwickelte sich in Polen und Litauen eine jüdische Literatur im höheren Sinne des Wortes. Ursprünglich bedienten sich die Schriftsteller und Dichter ihrer bescheidenen primitiven Kunstmittel, um die Masse zu „erleuchten" und zu heben. Allmählich rang sich die eigentliche Literatur von der Publizistik los, und die künstlerische Darstellung des Lebens — stets jedoch im engen Anschluß an den Volkston — wurde immer mehr Selbstzweck. Unter den A

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