Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Fremden heranmit den, üblichen Gruß: „Friede sei mit euch!" und gleich dahinter verlangen sie — Geld. Da ihrer sechs sind, und sie kleines Geld nicht nehmen, so heißt es, recht tief in die Tasche greifen. Es ist selbstverständlich, daß ich den Kindern nichts^ gab. Dafür hatte ich aber deren volle Frechheit (die Juden haben j einen treffenden Ausdruck dafür: Lhuzpah) zu tragen. Es wchc unsicher, ob der Rabbi an diesem Tage prawen würde. l Slavisches Wort — ausfichten d. h. Audienzen erteilen). Die Leute, etwa 50 an der Zahl, waren unglücklich, da manche von weither kamen, andere schon drei Tage vergeblich i gewartet hatten. Doch endlich - 9 Uhr abends— ließ sich der Rabbi zum prawen herbei. _ (Nathanael). 1 Monatsschau.! Man schreibt uns aus Kerlin: Jüngst fand hier eine Sitzung des j engeren Ausschusses für die Gesamtorganisation der Israeliten Deutschlands J statt, die von einigen dreißig Mitgliedern aus den meisten Gegenden des Reiches besucht war. Diese Sitzung führte zu einem entscheidenden Ergebnis. Fünfstündige Debatten, an denen sich auch Landtagsabgeordneter Justizrat Cassel beteiligte, überzeugten die Anwesenden von der Notwendigkeit für unsere Glaubensgenossen, ihre Sache nicht ausschließlich bestimmten politischen Parteien anzuvertrauen, sondern selber in die Hand zu nehmen, sowie den Grundsatz der Öffentlichkeit zu akzeptieren, i schon damit jeder Verdacht geheimer Verhandlungen, Pläne und Umtriebe vermieden . werde. Die von dem engeren Ausschüsse vorgelegten Satzungen für die Gesamtj Organisation wurden mit einigen unwichtigen Abänderungen angenommen und der - engere Ausschuß mit der endgiltigen Fassung der Satzungen beauftragt. In einem der ersten Monate des Jahres 1Ü04 wird die konstituierende Delegiertenversammlung der Israeliten Deutschlands einberusen werden. — Die Tätigkeit des , Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes für die Erziehung jüdischer Fürsorge Zöglinge erfreut sich immer größerer Anerkennung von seiten der höchsten Staatsbehörden. Das preußische Ministerium des Innern hat, wie schon früher die Knaben-Erzieh- , ungs-Austalt zu Repzin, so auch jetzt die Fürsorge-Erzichungs-Anstalt für Mädchen . in Plötzensee bei Berlin den Oberpräsidenten und Kommunalverbänden für die Unterbringung entsprechender Zöglinge bekannt gegeben. Ebenso hat das Großh. Hessische Ministerium des Innern den Ausschuß des Gemeindebundes als Behörde ' für die Unterbringung jüdischer Fürsorge-Zöglinge den ihm untergebenen Instanzen bezeichnet. Es ist speziell für Preußen das erste Mal, daß eine Staatsbehörde offiziell eine jüdische Institution als mittelbares staatliches Organ betrachtet und > behandelt. — Die „Friedrich-Wilhelm-Diktaria Stiftung des Deutsch-Israelitischen- ■ Gemeindebundes sieht sich genötigt, ihre Ausiorderung an die jüdischen Gemeinde- . beamten zu wiederholen, daß sie unsere Glaubensgenossen, die eine Lebensversicherung J