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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · p. Seite 8

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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8 Und doch wäre es so leicht, wenn irgendwo sonst, so grade im Judentum Einheit zu schaffen, denn es gibt doch nur eine Einheit im Judentum: Das ist die Einheit Gottes, die Einheit des Glaubens; und wir sind als Juden Alle Glaubensbrüder und Schwestern. Oder sind wir es nicht? Sind wir blos auf Grund unserer Rasse, unserer Abstammung aneinander gekettet und verdammt das gemeinsame, grausame Geschick zu tragen? Nein und abermals nein. Dann wollen wir denen nicht zürnen, die dieses Joch abschütteln. Nur eins ist es was uns verbindet. Der Glaube an die Einheit Gottes, der uns den Stempel der Märtyrer für die ewig unvergängliche' Wahrheit allezeit aufdrückte. — Und wie überall in der Entfaltung kleiner und großer Verbände nur die Einigkeit und Eintracht zum Gedeihen und zum Segen half, sv müssen auch wir darauf bedacht sein, grade heute in diesen schweren Zeiten uns unter dem Banner des Glaubens zusaminen zu scharen, als Juden, als die Nachkommen eines Juda, der den Kleinmütigen zurief: „Denn hat der; Herr uns auf uns selbst gestellt, zu zeigen was er vermag." ' „Was zagen? lebt der alte Gott nicht mehr? zieht er nicht selber seinem Volke zu Hülfe?" „Nun laßt umarmt uns sitzen bei dem Mahl, Von dem Gesetz des Herren uns erzählend Wie oft dem Volke half sein Helfer „Gott." Nur, wenn wir selbstlos sind, wenn wir die Gebote unserer Lehre halten die Liebe und Frieden predigt, Liebe nicht nur gegen Andere, sondern vor Allem auch gegen den eignen Bruder, wenn wir alle Sonderiiiteressen fallen lassen zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit, wenn wir Eintracht nicht nur predigen, sondern auch üben und pstegen, dann dürfen wir hoffen, daß mir nicht nur allem Haß und aller Drangsal unserer Peiniger .Stand halten sondern auch, ein kleines Häuflein von Gottesftreitern, das heißt von Streitern für Wahrheit und Liebe die große Menge besiegen. Drum rufen wir mit Juda aus: Wer einen Feind hat unter seinen Brüdern Der such' ihn auf mit ihm sich zu versöhnen. Erst wenn wir einander lieben wie Brüder, dann können wir hoffen und. verlangen, daß auch die Anderen uns mit Liebe begegnen. n - Der jüdische Kern des Ktzristentums. Das Christentum ist aus dem Geiste des jüdischen Volkes heraus geboren ist sein Erzeugnis, seine größte Leistung. Jesus ist so ganz erfüllt gewesen von den letzten Gedanken seines Volkes, daß er uns Nachgeborenen erscheint wie der fleischgewordene Genius des Judentums. Alles, aber auch Alles, was den Christen- \

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