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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · p. Seite 6

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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6 und Habgier um ihr Herz gezogen haben. Ja, der Verzweiflungsschrei der verfolgten Juden müsse an das Ohr jedes Menschen, in jede Familie, in jede Kirche dringen und heilige Christenpflicht ist es, solche Verfolgung in Zukunft unmöglich zu machen. Das falsche Christentum ist die Wurzel des Uebels, es betet die Form an und nicht die Wahrheit. den Buchstaben und nicht den Geist Jesu; er war ein Lehrer der Wahrheit und der Liebe. Alles Niedrige, was zu seiner Lehre im schroffsten Widerspruche steht, ist in seinem Namen vollführt worden und die gräßlichsten Untaten sind unter den Augen christlicher Behörde» begangen worden, und für diesen Schandfleck ist das christliche Volk verantwortlich. Lossagen muß sich die Christenheit von diesen sogenannten christliche» Verfolgungsbestien. Tut sie es nicht, dann ist ihre christliche Humanität Lug und Trug und ihre sogenannte Zivilisation eine große organisierte Heuchelei und so erwächst denn aus der Judensrage im eigentlichen Sinne eine Christensrage und das Christentum muß zu einem stärkeren Gefühl seiner Verantwortlichkeit erwachen und es endlich ernst nehmen mit seiner gefälschten christlichen Lehre- Die Aufgaben der Inden. Aus einer Rede von Dr. med. Lichtcnstein Neuwied. Wer einen Feind hat unter seinen Brüdern Der such' ihn aus, mit ihm sich m versöhnen, Umschling ihn mit dem Arm, der ihn umschlingt, llnd küß' den Friedenskuß aus ieine Stirne Daß wir ein heilig Heer sind vvr dem Herrn! (Otto Ludwig: Die Makkabäer.) So ruft Juda seine» belagerte», ausgehungerten, verzagten Brüdern zu, da Antiochus' Heer die heilige Stadt und de» Tempel zu vernichten drohte. Sein Mut, seine Begeisterung, seine Verbindung mit dem unsichtbaren Gotte, mit dem er sich kraft seines Glaubens eins fühlt, zeigt ihm den Weg zur Rettung seines Volkes vor dem Untergang, ja zum Sieg der Wenigen über Viele. Sv steht heute Israel da, ein kleines, winziges Geschlecht unter den Nationen, zerstreut, bedrückt und verfolgt, kleinmütig verzagend, jammernd und nach Hülfe suchend. Ein Teil hat schon das heilige Banner verlassen und ist ins feindliche Lager übergelausen, feige und verachtungswert. — Und auch die Starken schauen oft mit ernstem Blick und tiefem Weh der Zukunft des Judentums entgegen. Was tyfl werden? Von wannen soll uns Hülfe kommen? - Die Hülfe kann nur von uns selbst kommen! „In deiner eignen Brust sind deines Schicksals Sterne!" „Wach auf mein Volk! Sieh ivie's im eignen Lager aussieht! Ihr müßt die Wahrheit hören! Ihr kennt sie aber ihr verschließt

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