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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · p. Seite 5

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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5 In ihrer Moral sind die jüdische und christliche Welt eins oder sollen es wenigstens sein, und Liebe zu Gott und Liebe zu Menschen, wie sie in den 10 Geboten ihren Ausdruck gefunden hat. sind die Edelsteine der jüdischen und christlichen Sittlichkeit. Die Christen haben kein Recht, ein Volk zu befeinden, dein Jesus selbst entsprossen ist. Aus Unwissenheit und Bosheit verfolgen die Scheinchristen die Juden und verhöhnen sie. sie verfolgen die Juden und verhöhnen sic, sie verfolgen die Juden als Nation, was sie niemals sind und sein sollen. Das auserwählte Volk hat eine höhere Sendung zu erfüllen, als die, eine politische Nation zn sein. „Ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern", das ist die Bestimmung. die uns zugeteilt worden, die Priester und Lehrer der Welt zu sein. Deswegen sind die Jud>'» über alle Teile der Erde verstreut und werden es bleiben, auf daß alle Nationen und die gesamte Menschheit zu Gott erhoben und gesegnet werde durch ihre Lehre. Die Juden sind das Werkzeug gewesen, die Welt zu zivilisieren und die Christen verfolgen in Undankbarkeit ihre Wohltäter die Juden. Über diese wichtigste Frage muß die Welt aufgeklärt werden, indem sie in den Brennpunkt der öffentliche» Meinung gerückt ivird und Protest muß man erheben gegen die verruchten Taten, die im Namen des Christentums begangen werden, damit die Welt endlich frei werde von der Sklaverei und Finsternis des Geistes, unter der sie seit Jahrhunderten schmachtet. Es ist hohe Zeit, das Spinngewebe des Aberglaubens und der geistigen Unmündigkeit aus dem Geist und Herzen der wahnumnachteten Christenheit zu fegen und es mit dem erlösenden Lichte der Vernunft und Liebe zu erfüllen, und ehe man die Kräfte ansetzt, die Heiden in ferneren Weltgegenden zu bekehren, sollte man sich wahrlich erst bemühen, die falschen Christen in der Heimat zum Lichte zu führen. Jeder gute, wahre Christ muß dazu helfen, die Entrüstung der ganzen Welt aufzurufen gegen Vorgänge, >oie sie in Rußland möglich sind, und wenn es mit rechten Dingen zuginge, müßten gerade alle christlichen Regierungen Protest einlegen im Namen des Christentums gegen die verruchte religiöse Unduldsamkeit und die unnienschliche Behandlung der Juden. Wenn die Christen wirklich Nachfolger Jesu sind, so müssen sie ihre Stimme gegen jene schändlichen Verfolgungen erheben und müßten die falschen Christen vor ihren Richterstuhl fordern. Das christliche Gewissen muß gereinigt werden von dem Geiste der Verfolgung. Wenn Jesu heute in unserer Mitte erschiene u. Zeuge wäre von den an den Juden verübten Untaten durch die Christen, so würde er letzteren zurufen, was er einst den Pharisäern entgegenschleuderte: „Ihr Heuchler, die ihr doch seid wie die übertünchten Gräber, welche von außen hübsch erscheinen, aber inwendig voll sind voller Toten-- beine »nd allen Unflats." „Ja Ihr christuslosen Christen", ruft die Verfasserin aus: „laßt Eure salbungsvollen Grimassen, Eure leeren Dogmen und jene müßige Gottesgelehrtheit, die die Welt mit unfruchtbaren Gezänk erfüllt", und es ist die höchste Zeit, daß die falschen Christen die Schranken Umstürzen, welche Selbstsucht

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