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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · p. Seite 3

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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— 3 — und namentlich das germanische Volk, welches zu allen Zeiten Verfolgungen gegen die Juden übte, die in Grausamkeit denen des Altertums nicht nachstanden und nur ihre barbarische Unduldsamkeit ist Schuld daran gewesen, daß die Juden sich nicht frei entwickeln konnten und heute noch manche Fehler zeigen, die ein Produkt ihrer Geschichte und des auf ihnen lange lastenden Druckes gewesen, wodurch sie immer noch auf die gesellige Stellung nicht rechnen können, die ihnen vermöge ihrer sonstigen guten Eigenschaften gebührt. Aber trotzdem dürfen nicht Ausnahmegesetze zu Ehren der Unduldsamkeit und als Gnadengabe für die Dummheit geschaffen werden. Der scharfen Beobachtungsgabe, der rechnerischen Findigkeit, der großen Befähigung der Juden in Dingen des Handels, verdankt Deutschland mit dem machtvollen Aufschwung und ist das in der Tat ein Vorteil, der in das Schuldbuch der Juden als Guthaben einzutragen ist, anstatt ihnen daraus einen Borwurf zu machen. Ja, den Juden ist es mit zu verdanken, wenn wir Deutsche auf dem großen Weltmärkte tonangebend geworden und es erweist sich als aus Neid stammende Mißgunst, wollte man dieserhalb mit den Juden hadern. Ja, zu verurteilen ist das gehässige Gebühren der Judenfeinde, die unter der Maske sittlicher Entrüstung dem Juden mit Abscheu eine Handlungsweise als grobes Verbrechen auslegen, währenddem der scheinheilige christliche Sünder dergleichen Taten wegen, unter dem Beifall einer urteilslosen Menge sich straflos rühmen darf, und hier gerade ist der Anlaß vorhanden, wo wahrhaft edle Denkart gegenüber einseitiger, lässiger, niedriger Gesinnung ihr Urteil laut verkünden muß, um die feige Heuchelei zu entlarven. Aus müssigem Übermut den Juden den Fedehandschuh vor die Füße zu schleudern, ist frivoler Leichtsinn und' steht im Gegensätze zu dem erhebenden Gedanken christlicher Duldsamkeit. Der Verfasser schließt seine Schrift, der im Interesse des Friedens und der Versöhnung weite Verbreitung zu wünschen wäre mit den Worten: Bewahren wir unsere Waffen für den Fall, daß ein äußerer Feind unseren Friede» stören will, dem ruhigen Mitbürger anderen Glaubens aber wollen wir die ihm znstehenden Rechte nicht wieder entreißen. Miß Madage Doree über Zesu wahres GHristentum. Unter dem Titel „Jesu wahres Christentum von einer Jüdin" ist jüngst (Berlin S. Calvary u. Co.) eine Schrift erschienen, in der, wie Dr. Max Nordau in einem Briefe an die Verfasserin geschrieben, er erst mit Neugier, dann mit Interesse und schließlich mit Bewunderung gelesen habe. Diese hochintereffante Frage, die die fteimütige Amerikanerin mit Geist und Begeisterung behandelt, ist in letzter

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