Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1903)
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 280 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Ich habe dar fjmher auch gemeint und immer und immer miedet gegen die ungeheure Schmach protestierwelche Antisemitismus heißt. Aber es nützt nicht-. <$S ist Alles umsonst^ War ich Ihnen sagen könnte, war mqn überhaupt in dieser Sache sagen kann, das sind doch immer nur Gründe, logische und sittliche Args», mente. Darauf hört doch kein Antisemit. Die hören nur auf den eigenen Haß und den eigenen Neid, auf die schändlichen Instinkte. Alles Ändere ist ihnen gleich. (Gegen Vernunft,! Recht und Sitte sind sie taub. Man kann nicht auf sie wirken. 'War soll man auch einem sagen, der dem „Rektor aller Deutschen* folgt? Der /ist nicht mehr zu retten. Gegen den Pöbel gibt ekeinen Schutz — ob es nun der Pöbel auf der Stroße oder der Pöbel im Salon ist, das macht keinen Unter» schied : Kanaille Kanaille. Er i ihn weder erklären noch bleibt Kanaille, und der Antisemitismus ist die Gesinnung der 't wie eine schauerliche Epidemie, wie die Cholera — man kann heilen. Man muß geduldig warten, bis. sich das Gift von selber auslobt und feilte Kraft verliert. Und das kann doch jetzt nicht mehr so fern sein. Endlich muß sich die Pest ja doch einmal erschöpfen, und über Ahlwardt hinaus, noch weiter, kain sie doch nicht mehr steigen. Vielleicht kommt jetzt lang» sam die Wendmtg zur allmählichsten Befferung, Befreiung und Gesundung. Vielleicht verschwinde der Wahn, der so viele Gemüter betört und unsere ganze Kultur um hundert Jahre zurickgeworfen hat. Aber alle Gründe und die besten Argu» Wer Gründen und Argumenten zugänglich ist, der kpnn Antisemit sein. Wer aber nur seinem wilden Haste gegen Menschlichkeit folgt, den werden Beweise nicht bekehre«, nicht zu widerlegen, wie keine Krankheit zu widerlegen ist. rten, bis die im Grunde doch gesunde Natur deS Volke- und den faulen Stoff aus sich wirft. Freilich kann mau mente helfen da nichts, ja überhaupt gar nicht Bildung, Freihyt und Der Antisemitismns ist Man muß geduldig sich von selber aufra Gesundung vielleicht beschleunigen und fördern, wenn man ihr die Unterstützung moralischer Kräfte gewahrt. Und da habe ich lange schon einen Gedanken, der mir wirksamer als Jure Enquete erscheint. WaSIsoll man Ihnen Neues gegen deu Antisemitismus sagen? Und wenn man etwas fände, was würde es nützen? Alle Mittel der Vernunft wirken da nichts, aber das Gewicht großer Namen, die Autorität würde vielleicht wirken. Den Einzelnen hört man gar nicht an, aber eine internationale Erklärung könnte sich doch Achtung erzwingen. Wenn man einen kayen Protest gegen die bekannten Gründe Europas unterschrieben en Antisemitismns verfasten würde, der in ein paar Sätzen wiederholte und von allen irgendwie bedeutenden Mänuern wäre, ob sie nun zur Wistenschaft oder zur Kunst oder zur Politik gehören, von den geistige Edelleuten aller Länder und Völker — das, denke ich, könnte seine Wirkimg nicht verfehlen. Da wäre ich voller Begeisterung dabei. Ende vielleicht doch Einen oder den Anderen zur Besinnung, unsere Ehre vor den Enkeln gerettet, wenn wir ihnen rin . - . Das brächte am und wenigstens! wäre Dokument laste« könnt m, daalle Guten aller Völker im Bunde gegen die schimpf»