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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-12-01 · Heft 12 (1.12.1903) · p. Seite 269

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 12 (1.12.1903)
Date
1903-12-01
Page
Seite 269 (sequence 7)
Language
German
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stehen, ihn! nicht Rabbi nennen, und jfcitt Würdenkleid dem Sattel eine- Esels achten. Ein Würdenträger dieser Art ging einst an zwei mit ihrem Studium schästigten Juden vorüber. „Vertiefen wir uns in unser Thema — sprach derWM zum Andern — sodaß wir uns nicht vor ihm zu erheben brauchen." Ein SchD^ auSleger aber wandte auf diese verächtliche Menschengattung den BerS an, Habakuk 8:' „Wehe dem, der zum Holze spricht: erwache! sei munter! zum trägen Steine. Er' soll unterweisen? Siehe, in Gold und Silber ist er gefaßt, und kein Geist ist in ihm." (Jeruschalmi Bikkurim 3.) An der gleichen Stelle, wo der Talmud die strengste Redlichkeit gegen Jedermann — auch den Götzendiener — einschließt, bringt er aitth folgende die Habsucht verdammende Erzählung aus dem Sageukrttse Alexanders, des Großen. Derselbe sei einst zu dem Herrscher eines entlegen« Landes gekbmmen. Da der Ruf von seiner Habgier auch in diese Gegend gedrungen war, so verehrte ihm der König vor Allem Gold und Silber. Alexander aber erllärte, er sei nicht deS Goldes und des Silbers wegen gekommen, sonder» nnr um die Art der Rechtsprechung in diesem Lande kennen zu lernen. Zufällig kamen denn auch zwei Streitende mit der Bitte, ihren Streit zu schlichten. Der Eine hatte von dem Anderen ein Feld gekauft und fand darin einen kostbaren Schatz. Käichch. unb Verkäufer waren nun uneinig darüber, wer von ihnen den Fund als sein Eigentum anzusprechen habe. — „Hast du einen Sohn"? fragte der König den Eine» — Ja wohl. „Hast du eine Tochter?" fragte er den Anderen. — Ja wohl. „Gs A lasset eure Kinder einander heiraten und der Schatz verbleibt euch Beiden." fflfc M Alexander dieses Urteil vernahm, lachte er. Du lachst wohl über mein Urteil? Ä fragte ihn der König. Wie würdest du denn diesen Streit geschlichtet haben? Jch'A würde — entgegnete Alexander — beide haben hängen lassen und den Fund für' H die königliche Schatzkammer eingezogen habe«. „Wußte ich doch — sprach mm der ' König — daß ihr das Geld so sehr liebet", und er ließ ein Gastmahl bereits bei dem alle Gerichte aus Gold waren. Kann ich denn Gold essen? rief Alexander. — Ja, warum liebet ihr dann das Gold so über all» Maßen, wenn ihr es nicht einmal essen könnt? Scheint auch bei euch die Sonne? — Allerdings. — Killt auch bei euch der Regen? — Ja wohl. — Gibt es auch Tiere bei euch? — Auch dies. — So erhaltet ihr, fürwahr, nur der Tiere wegen jene Himmelsgaben, und jetzt verstehe ich, waS der Psalmendichter sagt: „Menschen und Tieren hilfst du, o Gott". (Jeruschalmi, Baba mezia 2.) — Ebensowenig aber wie daS Geld vermag vornehme Abkunft Bildnng zn ersetzen. Dem R, Perida meldeten einst seine Jünger: Jener R. ESra, der sich rühmt» im 10. Gliede von Elasar C. Asarja und im abermals 10. Glied« von dem bihlischen ESra abzustammen, wünscht dir seine Aufwartung zu mache». — „WaS macht ihr so viel Aufhebens?" entgegnet ihnen der Meister." „Ist er ein :>3

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