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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-11-01 · Heft 11 (1.11.1903) · p. Seite 261

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 11 (1.11.1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 261 (sequence 23)
Language
German
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ehrter und wohlgeborener Herr! Ich erhielt das splendid gebundene Exemplar JhreS sehr geschätzten Jahrbuches, in welchem ich, recht angenehm überrascht, mein Bildnis mit einer mich betreffenden sehr schmeichelhaften Lebensskizze vorfand. Bo« dem außerordentlichen Wohlwollen gegen mich absehend, beglückwünsche ich Sie von Herzen, daß Sic durch ihre unverdrossene Werktätigkeit die Ehre des Judentumgegen die unglücklichen Ideen des leider noch in vielen Ländern allzusehr herrschenden Vorurteils Hochhalten. Was mich persönlich betrifft, kann ich keine Worte finden, die geeignet wären, Ihnen meine innigste Dankbarkeit auszusprechen» die ich Ihnen für soviel Güte und Liebenswürdigkeit schulde; Sie hoben meine Verdienste und Eigenschaften, deren ich mir nicht bewußt bin, allzusehr hervor. Ich bin stolz darauf, dargetan zu haben, wie man bei uns in der Armee zu den höchsten Würde« gelangen und auch — zum erstenmal — die höchste Stufe eines Kricgsministers erreichen kann, ohne den Glauben seiner Ahnen verheimlichen oder verleugnen zu muffen- — In Kam wurde Viktoria Gastiglioni aus Triest zum Oberrabbiner gewählt. — Gar Ernesto Artom in Rom wurde zum Legationsrat ernannt. — In Paris ist der bekannte Schauspieler Istdor Hirsch im 34. Lebensjahre gestorben. Seine Berühmtheit datiert von dem „Cyrano de Bergerac", welche Rolle er mehr als sechshundertmal mit außerordentlichem Erfolg gespielt hat. — In der Pariser anthropologischen Gesellschaft hielt Dr. H. Mach einen Vortrag über die Rasse, welche in Chaldäa und Susiana den Semiten voranging Nach einigen Affyriologen find nicht die Semiten die Erfinder der Keilschrift, sondern die Akkadier oder Sumcrier, die schon vor dem Erscheinen der Babylonier in Chaldäa wohnten »nd eine nichtsemitische Sprache redeten. Bertin ist aber der Meinung, daß die Semiten die Erfinder der Keilschrift sind, daß sie aber von den Akkadiern unterworfen wurden, die ihre Schrift adoptierten. Welcher Rasse haben diese nun angehört? Oppert und Hommel halten sie für eine turanisch-mongolische Rasse, Bloch ist dagegen zu der Überzeugung gekommen, daß sie eine „schwarze Rasse" waren. In den Keilinschriften wird von „schwarzen Köpfen" gesprochen, außerdem berichten Babylonier, Griechen und Juden, daß in Chaldäa eine Rasse von dunkler Farbe existierte. Jedoch war diese Negrito-Rasse nicht mit den Sumeriern identisch. Sie dehnten sich bis nach dem Osten von Susiana und im südlichen Teile von Persien a«S, vom persischen Golf bis zum Indus. Noch heute bewohnt sie Südarabie«. (Bulletin« et memoires de la societe d’Anthropologie de Paris, 1902.) — 50 Christen in Kischinew haben eine» Verein unter dem Namen „Bruderliebe" gegründet, dessen Zweck ist, jedem Einwohner, der in Not ist, ohne Unterschied de- Glaubens und der Abstammung hilfreich zur Seite zu stehen. — Bei der Beerdigung der während der Exzesse getöteten Juden in Hömel, die unter ungemein großer Beteiligung der jüdischen Bevölkerung stattfand, spielten sich herzzerreißende Szene« ofcV Eine Störung des Leicheuzuges, die man befürchtet hatte, fand dank der getroffene« Vorsichtsmaßregeln nicht statt. - Zur Zeit der Judenverfolgungen aus dem Moskauer

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