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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-11-01 · Heft 11 (1.11.1903) · p. Seite 260

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 11 (1.11.1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 260 (sequence 22)
Language
German
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tische Eniheit diesis T ylkes zu vernichten, die Juden also m ble deutsche Nation aufgehen zu lassen? In der nächsten Zeit gelangt ein historisch interessantes Stück Alt-Wien im. 2 Bezirk zur Demolierung: die Häuser mit den Nummern 22 und 24 der Großen Pfarrgasse. Besonderes Interesse für den Kenner erregt das Haus Nr. 22, ein ganz merkwürdiger altertümlicher Bau, mit einem der Straße zugekehrten Giebel, dessen Entstehnngszeit zurückreicht in das 17., nach anderer Version sogar! in das 16. Jahrhundert. In jener Zeit bildete nämlich die Gegend „hinter den 1f.?. Karmelitern", also die heutige Tandelmarkt-, Haid- und Große Psarrgassek^die alte sogenannte „Jndenstadt", welche die Wiener Juden durch eine kaiserliche ^Entschließung vom Jahre 1625 als Wohnort angewiesen erhielten. An der Stelle der heutigen St. Leopoldskirche befand sich die Synagoge und gegenüber das mdische Gemeindehaus. Dieses soll nach einer sehr glaubwürdigen Überlieferung das heutige Haus Nr. 22 gewesen sein- Das Haus ist in seines inneren Bauart ungemein altertümlich. In dem Parterrelokal, einem „Platzlgewölbe", befindet sich in der Mitte eine einzige starke Säule, welche alle zwei Stockwerke in kühner Wölbung trägt. Besonderes Interesse verdient das alte Stiegenhaus und die Einfahrt. Als vo.r einigen Jahren der gegenwärtige Besitzer an der Stelle im Hofe, wo einstens ein Garten stand, einen Zuban aufführte, da zeigte sich eine Mauer des alten Traktes hohl. Man untersuchte dieselbe und fand, daß im Inneren der Mauer ein enger Schacht vorn Boden bis in die Tiefe des hier in einen wagrechten Gang mündete. In diesen Schacht Mast, in dem treppenartig Bretter eingefügt sind. Das an- 24 wurde im Jahre 1801 in seiner gegenwärtigen Form erbaut. — In Hirkmih (Sachsen) wurde ein jüdischer Gutsbesitzer, Herr Immanuel Ephraim, zum Gemeindevorsteher einstimmig gewählt. Zwar wollte der Amtsvorsteher die Wahl! nicm^bestätigen, mit der Motivierung, daß ein Jude doch in einer christlichen Gemeinde nicht Obrigkeit sein könne. Aber ein Rekurs an den k. Kreishauptmann genügte, I um diese Bedenken hinwegzuräumen. Bei der Einführung des neuen Gemeindevorstehers erklärte der betreffende Beamte trotzdem, daß er an seiner ursprünglichen Anschauung sesthalte, sich aber der Entscheidung der Vorgesetzten Behörde selbstverständlich füge. — Zwei interessante Bauten Alt-Prags, die sogenannte Zigeuner-Synagoge iund die Greßehof-Synagoge, werden binnen kurzem geschlossen und demoliert werden. Die erste wurde in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts von Golkind Zigainer erbaut. Im Jahre 1689 durch einen großen Brand zerstört, wurde sie später wieder aufgebaut. Die sogenannte Großehof- Synagoge trägt ihren Namen nach einem Grundstück, das der „Große Hof" hieß, und wurde zu Beginn des dreißigjährigen Krieges von dem Nachfolger Mardochai Meisel's im Prager jüdischen Primatoren-Amte Basewi von Treuenburg, dem ersten geadelten Juden, erbaut. — Der italienische Kriegsminister Gttolenghi richtete an die Verlagsbuchhandlung I. B. Brandeis in Prag folgendes Schreiben: Mein ge- Kellers führte ünd führt als Stiege ein grenzende Haus Nr,

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