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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-11-01 · Heft 11 (1.11.1903) · p. Seite 258

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 11 (1.11.1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 258 (sequence 20)
Language
German
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— 258 baren Nachwelt gen^eßt^ Nach dem weihevollen Vortrage einer Kantate durch Herrn Oberkantor E. Birstbaum hielt der Vorsitzende des Kuratoriums der Waisenerziehungsanstalt, Herr Apo^hekenbesitzer Guttmann, eine Ansprache, in der er die Bedeutung Koschs und ferne Wirksamkeit in kurzen aber treffenden Worten vorzüglich schilderte. Es folgte die eigentliche Festrede des Herrn Rabbiners Dr. Vogelstein, die Raphael Kosch als ein^n der großen Menschen feierte, die in ihrem Wirken sortleben und deren Andenken für die Lebenden zu einer Quelle wahren sittlichen Lebens wird. Denn in Kosch war alles vorhanden, was der Prophet als den Inbegriff wahren, echten Menschentums bezeichnet: Rechttun, Liebe säen und demütig handeln. Man darf nicht eine weite dieser seiner umfassenden Tätigkeit auf Kosten der anderen hervorheben, sie gebeü erst alle zusammen das Bild dieses Mannes. Und dabei war sein innerstes Wesen von der Sehnsucht nach Frieden erfüllt. Sein Ideal war die Befreiung der Menschheit und durch sie die Befreiung des Individuums. Wahrheit und Gerechtigkeit waren die Grundsäulen seines Handelns und bestimmten ihn, auch wo immer ejr iii das öffentliche Leben hinaustrat. Auch in den äußeren Formen drang er stets auf die Wahrung des Rechtes, und so war er in allen Versammlungen, an denen er teilnahm, der treueste, unbestechlichste und berufenste Hüter der Geschäftsordnung — nicht aus Neigung zum Formelkram, sondern weil er auch diese Formen unter höheren Gesichtspunkten betrachtete. Alles, was er tatkam aus einem liebevollen, menschenfreundlichen Herzen. Den besten Beweis aber für seine Gesinnung gibt sein Testament Aus allen Kämpfen ist Kosch ohne persönliche Feindschaft hervorgegangen. Au ihm bewahrheitete sich das Wort: „Wenn der Ewige Gefallen hat an eines Mannes Wegen, so söhnt er auch seine Feinde mit ihm aus." Nack der sehr wirkungsvollen Festrede trug Oberkantor Birnbaum den 117. Psalm „D^r Herr hat unser gedacht" vor, und dann begab sich die Festversammlung an da^ von einem schlichten Eisengitter eingerahmte Grab des Gefeierten. Hier sprach ein Zögling der Koch'scheu Anstalt Worte des Dankes und Gelöbnisses an den Stifter, und eine kurze Liturgie beschloß die schöne Feier. — Dank einer bedeutenden Stiftung der Baronin Edmund von Rothschild in Paris hat der Vorstand der Israelitischen Waisenanstalt in Frankfurt a. W. auf dem Grundstück Röderbergweg 87 für israelitische Waisenknaben ein Haus und Heim geschaffen. Die Einrichtung ist musterhaft Auch eine Synagoge ist im Hause, ferner eine Bibliothek; im Zweiten Stock befinden sich die luftigen Schlassäte. In hygienischer Hinsicht können j alle Einrichtungen vorbildlich sein. Bis jetzt sind 45 Knaben in der Anstalt untergevracht. Zwölf sind Lehrlinge, der älteste ist achtzehn Jahre alt. Die Knaben sollen, so lange versorgt werden, bis sie selbständig sind- Tie Kosten für die Jnnene nrichtung des Hauses wurden durch eine Schenkung der Freifrau Luise von Rotlnchim gedeckt. Der Bau erforderte mit Grundstück einen Kostenaufwand von vierhunderttausend Mark. - In Iarotschin starb Herr Bezirksrabbiner Kalo Lloäi, woselbst er 35 Jahre segensreich wirkte. — In den „Histor.

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