Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 253 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Mutier aller Schlechtigkeit. Diesem Lebensideale entsprachen die Efiaer, auf dßsM der Apologetik darum besonders hingewiesen wird, die das Leben auf Ideale bauten. Ein bedeutender Apologet war Jesus Sirach, wie denn auch Pfercht ° Salomo, die Könige und Beherrscher der Erde für den Mosenismus, im Geiste dS jüdischen. Alexandrinismus gewinnen wollte. Er gehörte mit zu den führende». Geistern in der Diaspora, welche am sausenden Webstuhl der Zeit saßen, wirkend, der Gottheit lebendiges Kleid. Im Aristeasbrief ward die jüdische Religion als eine Philosophie, ja als die erhabendste dargestellt. Die Anschauung über das Judentum, wie sie vtt Aristeasbriefe zu Ausdruck kam, beeinflußte ebenso sehr Hillel, Philo, wie Jesus und drang sieghaft in jene Kreise, an welche das Evangelium sich wandte. So drang auch der Satz des Aristeasbriefes „Welches ist die beste Herrschaft?- mit der Antwort „Sich selbst beherrschen und nicht seinen Trieben nachgehen" in den.Talmud, woselbst (Pirke Aboth IVI.) Ben Zoma, ein Schriftsteller aus dem erstyr nachchristlichen Jahrhundert, dasselbe äußert mit den Worten „Wer ist ein Held? bcf seine Leidenschaften bezwingt." Bon Bedeutung war die apologetische Geschieht schreibung, welche sich an die durch die gehässige Tagesliteratur verwirrte menge wandte. Manetho und seine Nachfolger Apollonius, Molon, Lysimachüs, Posidonins, Chnrenwn und Apion verbreiteten gehässige Fabeln über die JudeL. Zur Zeit des Manetho tritt schon ein jüdischer Geschichtsschreiber Demetrius' auf den Plan. Nach den noch bei Ensebius erhaltenen Fragmenten zu schließen, machte er besonders den Versuch, das hohe Alter des Judentums zu betonen und richtige Vorstellungen über die getrübte Urgeschichte des jüdischen Volkes zu verbreit». Diese apologetischen Historiker arbeiteten für den Bedarf des Tages und hatte» auch wie Enpolemos und Artapanos durch Erdichtungen und Zutaten zum Zwecke der Verherrlichung des jüdischen Volkes sich nicht strenge an die Wahrheit gehalten, (je? radeso wie ihre Gegner dies zum entgegengesetzten Zwecke getan haben. Der Wahrheit trat Unwahrheit gegenüber und die Lüge sollte durch Lüge bekämpft werden. Zu dieser Art apologetischer Schriften gehören auch die griechischen Zasätze zum Buche Esther. Apologetisch ist es, wenn der Dichter Ezekielos in seise«.- Drama „Der Auszug", die anstößige Erzählung der Bibel, daß die aus Ägypten ziehenden Juden fremdes Eigentum Mitnahmen, dahin erklärt, daß diese Kostbarkeit» den Juden als Lohn für ihre langen nnb schweren Dienstleistungen gewährt worde» feien, eine Auslegung, welche später auch im Buch der Jubiläen bei Philo und i»( Talmud (Synhed. 91 a) anzntrefsen ist. In den Dienst der Apologetik trat auch Wfc- Apokalyptik, in welcher Propheten der Vorzeit Dinge verkündeten, die sich z»r Zeit der Verfasser abspielten. Die Apokolyptik ist hcrvorgerufen durch den Kampfs des Judentums gegen den Hellenismus. Die älteste Apokalypse ist das Buch^ Daniel, entstanden zur Zeit der Makkabäischerr Kämpfe. Dem Buche Daniels schließen sich die Visionen des Henochbuches an, welche weit über Daniel hinauS-- ■'■Ü