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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-11-01 · Heft 11 (1.11.1903) · p. Seite 254

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 11 (1.11.1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 254 (sequence 16)
Language
German
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gehe«, weil in ihnen das Problem von der Zuführung der ganzen Menschheit zur Gotteserkenntnis zum Ausdruck kommt und dieselben auf höherer Warte stehen, indem sie Welterlösung urp Weltuntergang im Allgemeinen behandeln. Nicht wird hier von der Beobachtung des Zeremvnialgesetzes das Erscheinen des Gottesreiches abhängig gemacht. Feimer wird Israel nur als der ruhende Pol in der Flucht der Erscheinungen hingestellt und ist die Heidenbekehrung das eigentliche Ziel Henochs. Zu erwähnen wären noch die Psalmen Salomos und die Weißsagungtn der Baruchapokalypse, welche von demselben Geiste wie das Henochbuch erfüllt sind. Richtig charakterisiert Smend das Wesen der Apokulyptik als die Gewißheit von der unmittelbaren Nähe der messianischen Zukunft. Nicht so hofinungsselig ist die Esraapokalypse. „Nicht (für immer-, in diesen Worten liegt die Charakteristik der Esraapokalypse, „wird l^oth sein Volk verlassen". Die Testamente der zwölf Patriarchen, welche viele christliche Interpellationen äufweisen, sind wegen des streng jüdischen Gepräges, das sie trotzdem an sich tragen, als.das Glaubensbekenntnis eines national gesinnten Juden anzusehen, bei welchem allerdings pharisäische Anschauungen nicht zu Ausdruck, kommen. Sehr eingehend werden in dem sehr Friedländers Philo und Josephus als Apologeten behandelt und schließt dasselbe rpit einem äußerst interessanten Kapitel, überschrieben: Die Polemik nach innen. 4 Aus Hyron's „Hebrew Melodies‘ i. i. j Oh! Weep för those. Beweirfl sie, die an Babels Strom geweint, Sie, bejren Land nur noch als Traum erscheint; Weint!! Juda's Harfe wurde nicht verschont, Und Götzendienst herrscht, wo einst Gott getront! Und wo wäscht Israel den wunden Fuß? Wann tönt in Juda wieder Sangesgruß? Ist denn auf ewig jene Zeit vorbei, Da süß von Zion herscholl Melodei? Stamstl, der du weit die Welt durchwandert hast, Wo wjlrst du Zuflucht finden, wo die Rast? Die ^aube hat ihr Nest, der Fuchs die Kluft, Der Mensch die Heimat — Juda nur die Gruft;

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