Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 251 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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daß der Vorhang in den Synagogen für den spanischen und portugisischeu Ritus im Innern des Thoraschreines angebracht ist, während er in denen mit deutschem und polnischem Ritus sich zumeist außerhalb der Türen befindet. / Die Vorhänge sind zumeist aus Seide und Sammt, versehen mit kostbaren Gold- und Silberstickereien, oft auch mit Edelsteinen besetzt mtb finden sich nur selten aus Wolle oder Kamelhaaren vor .Eine sehr.reiche Ausbeute für die jüdische Kunstgeschichte ist von. der Responsenliteratur zu erwarten. Es müßten alle in Betracht kommenden Stellen nicht nur ausgezogen, sondern auch sachlich erklärt werden und sind wir gerne bereit dahingehende Notizen in den Mouatsblätiern zum Abdruck zu bringen. Zum Schlüsse dieser Skizze möchten wir an unsere Leser die Bitte richten, die Frankfurter Gesellschaft durch Mitteilungen über vorhandene alte Gegenstände sowie durch Schenkungen zu unterstützen, die Herr Direktor Frauberger in Düsseldorf (Gneijenaustraße 36) mit Dank für dieselbe entgegenzunehmen bereit ist. Jüdische Apologetik. Im Verlage von Cäsar Schmidt in Zürich ist erschienen: Geschichte der jüdischen Apologetik als Vorgeschichte des Christentums von M. Friedländer. Mit Recht behauptet der Verfasser, daß eine Geschichte der jüdischen Apologetik eine Geschichte des Judentums bedeute, denn es handelt sich in ihr nicht nur um die zeitweilige Bekämpfung gelegentlicher Anfechtungen, die über die Grenzen des Einzelsalles hinaus ihre Anwendbarkeit verlieren, sondern um die Festlegung gewisser Anschauungen, die durch das Judentum in die Welt gesetzt, unter allerlei Verkennung nud Entstellung zu leiden hatten und die in ihrer wahren Bedeutung von großem Einfluß auf die Kultureutwicklung der verschiedensten Völker sich erwiesen. Friedlaender, ans dessen mit einem Aufwande großen Fleißes und reicher Belesenheit gearbeiteten Werke wir hier Einzelnes hervorheben wollen, behandelt die Apologetik des Judentum zugleich als Vorgeschichte des Christentums, das tief im Alexaudrinischen Judentum wurzelt, das im Gegensätze zum Palästinensischen, welches feiiu Religion gegen den Hellenismus es gerade mit demselben zu verteidigen anstrebt. Das geht schon aus der Tatsache klar hervor, daß der Tag der Entstehung der griechischen Bibelübersetzung in Palästina als ein Trauertag angesehen wurde,, während man ihn in Alexandria festlich begrüßte. Die griechische Bildung galt eben den Palästinensern als ein Frevel au dem ehrwürdigen Geiste der altjüdischen Glaubenssatzung, während der jüdische Alexandrinismus von der Möglichkeit einer Verbindung der jüdischen mit der griechischen Kultur durchdrungen war. Ja, das alexandrinische Judentum wollte seine Existenzberechtigung mit seiner Eignung zur Weltreligion legitimieren und mußte mit weltumfassenden Ideen ge-