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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-11-01 · Heft 11 (1.11.1903) · p. Seite 250

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 11 (1.11.1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 250 (sequence 12)
Language
German
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sondere Aufmerksamkeit!den Synagogen des Mittelalters zugewandt, die in ihrer Bauart den Charakter;>cr Zeit ihres Entstehens an sich tragen, wie denn auch die in der neuesten Zeit entstandenen herrlichen Synagogen ausgenommen und beschrieben werden die ein Bild von den Kunstleistungen der Gegenwart auf diesem Gebiete geben. Von Widern aus dem Mittelalter sind bis jetzt nur die in Speyer, Friedberg, Worms, Andernach und Cleve bekannt geworden, für deren Erhaltung man angelegentlich bestrebt ist. Auch der Anteil der Juden an der Plastik und Malerei soll einer gründlichen Erforschung unterzogen werden und wird besonders, was letztere anlangt, manches überraschende Resultat zu Tage gefördert werden. Von Kultusgegeuständen sind es besonders die Thoraschreine, die Thorawimpeln, die goldenen und silbernen Thoraaufsätze „Rimonim", die silbernen Kronen (Kether), die Deuter (Jad) und Schilder (Taß), die Thoramäntel und Thoravorhänge (Parocheth), die Chaukaleuchter, die Misrachtafeln, die Waschkannen und Waschbecken, die Decken, welche auf den Lesepulten auflagen, die Sabbathlampen, Sederschüsseln, Sederdecken, Besomimbüchsen, Ethrogbüchsen und Kidduschbecher, welche in ihrer reichen Mannigfaltigkeit der Forschung ein großes Gebiet eröffnen, wie denn auch neben der verzierten hebräischen Schrift Und den Eiubänden auch noch die Tücher beachtet werden musser gehüllt wurden. In , in welche Bräute während der Zeremonie des „Bedeckens" dem zweiten Hefte der Mitteilungen wird das Wesentlichste über Bau und Ausschmückung alter Synagogen mitgeteilt. Auf jue Außenseite der Synagogen wurde in alter Zeit wenig Wert gelegt. Äußerst interessant sind die polnischen Holzsynagegen, nach welcher Richtung hin die Arbeiten des Herrn Matthias Versöhn sehr beachtenswert sind, die über dieselben sehr Lehrreiches enthalten. Auch wird int zweiten Hefte auf die ehemalige „Neuschule" in Frankfurt a. M., an deren Stelle die jetzige Hauptsynagoge steht, hingewiesen, neben der nur noch die Altneuschule in Prag und die Holz- und Steinsynagogen in Polen und Rußland einen bestimmten Charakter an sich tragen, der sonst nur in den Jnnenansichten alter Synagogen in Bau und Ausstattung zur Geltung zu kommen pflegt. Allerdings kann man noch von einem jüdisch-arabischen Stil der Synagogenbauten sprechen, wie die ehemalige Synagoge von Toledo, die jetzige Kirche El Transito und Santa Maria Bianca bezeugen. Äußerst interessant ist Heft 3 und 4, das jüngst ausgegeben wurde. Es enthält 161 Abbildungen und verbreitet sich über alte Kultusgegenstände in Synagoge und Halls. Die ältesten Darstellungen von Thoraschreinen sinder sich auf den in den jüdischen Katakomben zu Rom gefundenen Goldzwischengläferu aus dem ersten Jahrhundert. Einer der ältesten Thoraschreine, der im Musce Cluny aufbewahrt, wird, stammt aus der alten Synagoge zu Modena 1505. Ein ähnlicher Thoraschrein findet sich in der schönen Handschrift des „Jad Hachasakah" von Maimonides im Besitze des Herrn Hermann Cramer in Frankfurt a. M. im lich beweglichen Tho Bilde. Schon im 16. Jahrhundert findet man die ursprüngraschreine mit der Ostwand feit verbunden. Beachtenswert ist,"'

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