Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 248 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Spaltung im Monismus. Herr Dr. Moses Gaster in London, der Oberrabbiner (Chacham) der sephardischen Gemeinden Englands, hat ans Anlaß des Ostafrika-Projektes folgenden Brief in englischen Zeitungen veröffentlicht: „Ums Zions Willen will ich nicht Ruhe bewahren." Mein Herr! Angesichts der jüngsten Evolutionen des Zionismus erachte ich es als meine Pflicht, das fundamentale Prinzip des Zionismus wieder zu konstatieren: „die Erwerbung einer gesetzlich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk". Weder mehr noch weniger. Das ist der erste Artikel und zugleich die unveränderliche Basis des Programms, welches durch die Zionisten in Basel formuliert und angenommen wurde. Wir wünschen in die alte Heimat unseres Volkes zurückzukehren und das alte nationale Leben in dem durch Tradition geheiligten und durch Jahrhunderte altes Martyrium verherrlichten Lande wiederherzustellen. Der Zionismus ist nicht dazu da, um temporäre Erleichterungsmittel zu schaffen. Unsere Lösung des jüdischen Problems muß eine endgültige sein. Sie muß die religiösen religiöse Sehnen der Vergangenheit verwirklichen, und die in der Gegenwart sichern. Jede Abweichung von diesem 'nur um Haaresbreite, bedeutet das Aufgeben des fundamen- Duismus. Abhilfe durch Kolonisation in großem oder kleinem Maße muß speziellen Organisationen überlassen werden, die mit dem Zionismus nichts Gemeinsames Hasen. Und mag auch ihr Werk von temporärem Charakter sein, so ist es nichts destoweniger lobenswert. Unser Ziel ist nicht, einen unbedeutenden Staat zu schaffen.. Das hieße mit Worten spielen und mit heiligen Idealen Scherz treiben wollte man vom Zionismus außerhalb Zions sprechen und von einen: Lande für Juden außerhalb des heiligen Landes. In dem britischen Reiche, wie auch in dm Vereinigten Staaten herrscht ein wahrer Geist der Gerechtigkeit und Freiheit. Wir setzen das vollständigste Vertrauen in ihre Gesetze und in die wundervolle Art, wie diese Gesetze augewendet werden. Das höchste politische Ziel eines Juden sollte unter den gegenwärtigeu Verhältnissen eher sein, ein Bürger des britischen Reiches oder der Vereinigten Staaten zu werden, als der eines unbedeutenden Kleinstaates, auch wenn er innerhalb deren Jurisdiktion oder unter ihrem Schutze steht. Das ist ein Anachronismus. Das ist eine Travestie aus das nationale Leben unserer Hoffnungen und Gebete. Es ist den Prinzipien des Zionismus diametral entgegengesetzt. Eine Politik der Verzweiflung oder Ungeduld kann nicht gestattet werden. Es ist auch noch gar keinen Grund znr Verzweiflung. Und wenn wir allch noch manche Jahre länger 511 warten hätten, was bedeuten diese im Vergleich Bestrebungen und das soziale Lage der Juden Programm, wenn auch talen Prinzips des Zion