Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 244 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 244 - die unten im Lehrhause, daß es gar nicht hell werden wolle, bis inan am Fenster eine Menschengestalt geivahrte, ganz mit Schnee bedeckt und vor Frost erstarrt. Wahrlich — riefen sie U dieser ist es wert, daß wir seinetwegen den Sabbath entweihen, und so.entzündeten sie ein Feuer, wuschen und salbten ihn, bis er sich allmählich erwärmte?) — Der Reiche aber — fährt der Talmud fort — der über seinen weltlichen Geschäften des Studium vernachlässigt, denke an Eleasar b. Charssum, dem sein Vater einen ungeheuren Reichtum vererbte, und der dennoch sein Bündel und von Stadt zu Stadt wunderte, um sich von berühmten Einst ward er auf feiner Wanderung von seinen eigenen n. auf die Schulter nahm Weisen belehren zu lass Dienern angehakten uni barsch angefahren; denn sie hatten ihn nicht erkannt und in ihm einen entlaufendm Knecht vermutet. „Ich bitte euch, rief er, lasset mich weiter, denn ich gehe, um Thora zu lernen". „Beim Leben unseres Herrn — ent* gegneten sie — wir lassen dich nicht". Erst, nachdem er sie reichlich beschenkt hatte, ließen sie ihn frei. Wie kam es aber, daß sie ihn nicht erfauut? Weil er, zumeist mit seinem Studium beschäftigt, nur selten mit ihnen unmittelbar verkehrte. (Joma 35). Außer der Freigebigkeit gegen Dürftige überhaupt galt insbesondere die Unterstützung der Lehranstalten als eine sehr gottgefällige Art, seinen Reichtum zu verwenden. Hier eine rührende Erzählung von vielen, die das bestätigen. R. Elieser, R. Josua und R. Akiba waren einst in die Gegend von Antiochia Hochschute Geld zu sammeln. Dort lebte damals ein gewegen seiner Freigebigkeit berühmt war, aber grade damals Vermögen zu verlieren. Wie er nun erfuhr, daß jene Weisen er sich, und vermied es, auf die Straße zu gehen. Warum bist du so traurig — fragt ihn seine Gattin — warum magst du dich nicht sehen lassen? — „Die Weisen sind hier, und ich schäme mich ihnen zu begegnen, da ich ihnen ja Nichts geben kann." — Ist uns, erwiderte die edle Frau, nicht noch ein Feld übriggeblieben? Verkaufe doch die Hälfte und spende den Erlös den Weisen! Das tat er, und die Weisen beteten, daß Gott ihm seine Verluste wieder einbringen mochte. Nach einiger Zeit, da er hinter seinem Pfluge einhergeht, tut sich an einer Stelle des Ackers eine Höhlung auf, und wie er hinunterblickt, glänzt ihm ein großer Edelstein entgegen. Ei' ward nun wieder ein reicher Mann. Als dann später die Weisen wieder den Ort besuchten, da fragten sie nach dem Ergehen Abba Judan^. Abba Judans? — beschied man ihnen — Abba Jndan ist so reich geworden, daß gekommen, um für die wisser Abba Jndan, der das Unglück hatte, sein angekommen, verfärbte er größer dasteht, als selbst der Fürst. Wir bezweifeln, ob ihr bei ihm vorsprechen könnt. Kaum aber hatte Abba Jndan von der Wiederkunft der Weisen vernommen, als er zu ihnen eilte, *) Vgl. guch San Armut unter best Jünger offenbar aus Li^be zum ihnen dankte für ihr Gebet, dessen Kraft er seinen wiedertchedrin 20, wo berichtet wird, daß zur Zeit R. Jebuda B. Jlai's die ctt so groß war, daß sich je sechs mit einer Decke begnügen mußten und Studium gern begnügten.