Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- Seite 214 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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sind als Dozenten in biner-Seminar, erster Grammatik, berufen werden bereits im nä schild» die in Daris t denen Barons Wilhe statte für Israeliten i heißt „M. A. v. Rv fünfzigjährige Doktor kurt a. W. gefeiert, — 214 — penko silbergestickte Ir nkerep,mlettes mit der Aufschrift: „Am 19. August 1837, für das Kommandieren eines Regiments". Als mit der Auflösung des Kantonistenregiments Patapenko in Jahre 1854 mit dem Range eines Kornets den Dienst quittierte, erwachte in ihm der »rennende Wunsch, Geistlicher zu werden. Mit staunenswerter Energie eignete er sich in kurzer Zeit die erforderlichen Kenntnisse an und konnte bereits 1860 zum Diakon Und bald darauf zum Priester geweiht werden. Während seiner langjährigen Tätigkeit als Priester des Dorfes Beloserka hat der Verstorbene mit größter Pflichttreue seines Amtes gewaltet und sich die Liebe und das Vertrauen seiner Pfarrkinder erworben. Der Verstorbene hat eine Tochter und zwei Söhne hinterlassen, von welchen der ältere, Jgnati Nikolajewitsch Patapenko, sich in ganz Rußland einen Ruf als hervorragender Schriftsteller erworben hat. — Die Herren Dr. Alexander Warr-Derlin und Privat-Dozent Dr. Israel Friedländer-Straßbnrg i. F. ^tew-Iork an das von Herrn Prof. Schechter geleitete Rab- :r für ^Geschichte und Literaturgeschichte, letzterer für Hebräische worden! Beide Herren haben die Berufung angenommen und ichsten Semester dort dozieren. — Freifrau Adelheid von Kothlierheiratete Tochter des vor zwei Jahren in Frankfurt verstorlm von Rothschild, hat für die Errichtung einer Lungenheilin Adele heim eine halbe Million Mark gespendet. Die Anstalt ithschild sche Lungenheilanstalt". — Am 20. August wurde das jubiläum des Herrn Or. med. Theodor Urubü ger in Frankoer gleich ausgezeichnet als Arzt wie als Mensch sich in den weitesten Kreisen großer Sympathien erfreut. Als Mitglied der Verwaltung der israelitischen Gemeinde trat er stets mit Wärme und Liebe für fortschrittliche Bestrebungen ein. Zur Erinnerung an diesen Ehrentag sind dem Jubilar zur Gründung einer Neubürger-Stiftung 75000 Mark überreicht worden. — Nach den Ergebnissen 'der Volkszählung von 1901 befanden sich in Sachsen 12419 Juden, davon 3059 in Dresden, 6314 in Leipzig, 1137 in Chemnitz, 114 in Zittau» 208 in Plauen, 118 in A^naberg, 65 in Bautzen, 83 in Freiberg. — Nach der vollzogenen Regulierung des von der Karonin Eohn - Gppeuheim hinterlassenen Vermögens verbliebt» für die Stadt Dessau als eine Hälfte etwas über 5 Millionen Mark, die zweite Hälfte erljätt die israelitische Kultusgemeinde in Dessau. Von der genannten Summe sind, der „Saale-Zeitung" zufolge, die Beträge für Erbschaftssteuer rc. schon in Abzug gebracht. Der anhaltischen Staatskasse sind allein an Erbschaftssteuer zirka 140000 Mark zugeflossen. — Die Zahl der Juden in Serbien beträgt- 8000 Seelen. Sie leben meistens vom Handel, sind politisch den Serben gleichgestellt- und stellen qin starkes Kontingent in die gelehrten Berufe. Ein Jude, der Bankier Oser, ist Mitglied der Skupschtina.