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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-09-01 · Heft 9 (1.9.1903) · p. Seite 213

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 9 (1.9.1903)
Date
1903-09-01
Page
Seite 213 (sequence 23)
Language
German
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■i Teile urbar gemacht worden ist. Die ersten Ansiedler hatten in der Wildnis auSzustehen, sie haben den von so vielen amerikanischen Ansiedlern geführten mit dem Walde indessen sehr gut bestanden und besinden sich jetzt durchwegs in sehp i behaglichen Verhältnissen. Der Ort hat eine Ackerbauschule gegründet, eS bestHt^ schon Industrie dort und die gedeihliche Fortentwicklung der Kolonie scheint auß« | Frage zu stehen. Die Kolonisten müssen natürlich dem Baron Hirsch-Fond» far.jj Ankaufspreis des Landes erstatten und viele haben dies schon lange getan. Andere s haben die betreffenden Hypotheken nur zum Teile abgetragen. Unter dem (Shtfiiifie j der „amerikanischen Luft" entfaltet sich ein reges geselliges und geistiges Leben» wie daraus hervorgeht, daß der verhältnismäßig doch recht kleine Ort ein Dilettant«»» < theater und einen literarischen Verein hat. Außerdem sinden sich dort ein Turn- ' verein, ein Frauen-Turnverein, ein politischer Klub und eine freiwillige Feuerwehr-; — Auf Wunsch des Großrabbiners von Konstantinopel verbot der türkische Zensor die Aufführung von Shakespeares „Kaufmann von Venedig". So bedauerlich e»^ ist, daß des großen Dichters Kunstwerk ob der Furcht eines verfolgten Volkes den»?' boten werden muß, so ist es doch auch interessant zu sehen, welche Rücksicht nichtchristliche Staat aus seine jüdischen Untertanen nimmt. Er ist eben in „Kultur" zurück. — Nach der letzten Volkszählung in Petersburg im Jahre 1360 gibt es dortselbst 1439613 Einwohner, darunter 20385 Juden (19278 in der Stadt, 1106 in den Vorstädten), also 1,54 Prozent der Gesamtzahl. Karaitn»' befinden sich in Petersburg 317. — In der Grnha von Alt-Kairo, die schon so viele höbräische und arabische Funde geliefert hat, ist vor einiger Zeit wiederum von dem jüdischen Orientalisten Eugen Mittwoch eine Anzahl wertvoller Fragmente gefunden worden. Eines, das deswegen von besonderer Bedeutung ist, weil es über Maimnnides und dessen Vater bemerkenswerte Mitteilungen bringt, wird von MW» woch in der „Zeitschrift der Deutsch-Morgenländischen Gesellschaft" veröffentlicht. Es handelt über die „Unzulässigkeit der Beschäftigung mit den Wissenschaften", und sei» Inhalt ist demgemäß dem maimonidischen Anschauungen entgegengesetzt. Aber, gerade deshalb, >veil der Verfasser die Person des Maimonides als Gegenbeweis für seine Ausführungen hinstellt, bringt er viel Benierkenswertes über ihn. Aus welche« Werke das Fragment stammt, und wer sein Verfasser ist, ließ sich nicht ermitteln.— Im Dorfe Doloserba verstarb jüngst im 84. Lebensjahr der orthodoxe Priester Nikolei Patapenko. Der Verstorbene hat als jüngster Sohn eines armen und kinderreichen jüdischen Ehepaares das Licht der Welt erblickt; im Jahre 1830 wurde er zum Militärdienste eingezogen und drei Jahre darauf trat er zur Orthodoxie über. Bei einer allerhöchsten Revue im Jahre 1837 erhielt Patapenko von Kaiser Nikolaus L bei einer Truppenrevue den Auftrag, das Koinmando über ein Kantonistenbataillon zu übernehmen. Er erledigte sich der ihm gewordenen Ausgabe so befriedigend, daß Kaiser Nikolaus Pawlowitsch ihm vor der Front einen Kuß gab und sagte: „Ich wünschte, Dich als General zu sehen!" Gleichzeitig schenkte der Kaiser dem Pat»

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