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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-09-01 · Heft 9 (1.9.1903) · p. Seite 210

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 9 (1.9.1903)
Date
1903-09-01
Page
Seite 210 (sequence 20)
Language
German
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MWWWMM8W — 210 — W» Er starb für :in Ideal und in der Erfüllung einer heiligen Pflicht. Die seiner Obhut anvertrauten Thorarollen waren ihm die Thorarolle. Er mochte ihre Schändung nicht überlebest. „Ich darf sie nicht verraten" sagte er. Das wäre für ihn ein Makel, an Fleck für seine Nachkommen, wenn seine Thorarollen bei seinem Leben geschändet wurden. Was ist der Tod gegen eine solche Ungeheuerlichkeit. Das russisch-hebräische Blatt, welches von der Tat des Tempeldieners von Kischinew berichtete, rannte nicht seinen Namen. Der unmittelbare Eindruck der unerhörten, unverständl che», gar-nicht faßbaren Brutalität, wie sie in Kischinew zum Ausbruche kam, der unmittelbare Anblick der Zerstörung, der namenlosen Verwüstung des entsetzlichen Zusammenbruches so vieler Familien und, ach, nicht zuletzt die Schande der so viele zum Opfer fielen — sie ließen die Tat dieses großen Tempeldieners noch nicht recht zum Bewußtsein kommen. Man wird aber noch von ihr sprechen, wie man von Rabbi Akiba sprach, von Galilei sprach und all den Vereinzelnten, denen ein Gott die Kraft gab, zu sterben für ihre Überzeugung und Ideale. Iwei zionistische Aktenstücke. Sie haben bewas über- Der russische Minister von Plehvb an vr. Herzl. I. „Mein Herr! en Bjunsch ausgedrückt, Spuren unserer Unterhandlung zu wahren. Ich gebe d esemj Wunsche gern statt, um Alles zu entfernen, triebene Hoffnungen oder beunruhigende Zweifel entstehen lassen könnte. Ich habe Gelegenheit gehabt, Ihnen vom Gesichtspunkte Kenntnis zu geben, aus dem die russische Regierung zur Zeit den Zionismus betrachtet. Dieser Gesichtspunkt kann ihr ^nämlich sehr leicht die Notwendigkeit nahe legen, ihre Politik der Duldung gegen Maßregeln zu vertauschen, die vom nationalen Selbstschutz vorgeschrieben sind. Solang^ der Zionismus in dem Willen bestand, einen unabhängigen Staat in Palästina zu schaffen, und solange er die Auswanderung einer gewissen Anzahl jüdischer Untertanen aus Rußland zu organisieren versprach, konnte die russische Regierung ihm sehr wohl^ günstig sein. Allein in dem Augenblicke, wo dieses Hauptziel des Zionismus aufgegjeben scheistt, um durch eine einfache Propaganda der jüdischnationalen Zusammenfassung in Rußland ersetzt zu werden, ist es natürlich, daß die Regierung diese neue Bahn des Zionismus in keinem Falle dulden kann- Er hätte kein anderes Ergebnis, als Gruppen von Individuen zu schaffen, die den vaterländischen Gefühlen, wielche i die Stärke eines jeden Staates ausmachen, vollkommen fremd und sogar feipdlichi gegenüberstehen würden. Deshalb köninte!>em Zionismus das Vertrauen nur unter der Bedingung wiedergegeben werden, daß er zu seinem alten Aktionsprogramm zurückkehrt. In diesem Falle könnte er vc n dem Tage an auf moralische und materielle Unterstützung

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