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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-09-01 · Heft 9 (1.9.1903) · p. Seite 205

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 9 (1.9.1903)
Date
1903-09-01
Page
Seite 205 (sequence 15)
Language
German
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- - < :'.VVI - 206 — fertigen deutschen Text vor, der dem Professor der orientalischen Sprache AlosttD von Sonnenfels zur Prüfung nach Wien geschickt wurde. Aber der Professor , stH'-J im Schuldenarrest und verlangte Vorausbezahlung für die ihm übertragene Arbeitt^ da das Elaborat des Landesrabbiners durchaus fehlerhast und unbrauchbar sei. $b£; 29. Dezember hatte Sonnenfels die Übersetzung fertig und mußte der Latches«^ rabbinner das hierfür nötige Gesamthonorar von 150 Gulden der LandesstÄts^ erlegen. Es wurde eine Kommission eingesetzt zur Prüfung dieser Bestimmung«^ die am 1. Januar 1754 als General-Polizei-Prozeß» und Kammerabordnung ge» nehmigt wurde, welche kulturgeschichtlich äußerst interessant und lehrreich ist. In einem besonderen Kapitel wird der Konflikt zwischen Abraham Schatze Anspitz und Herschel Levi behandelt. Ersterer offenbar ein vielfach verdienter Mann» der. in Nicolsburg das Amt eines Judenrichters versah, war schon früher in Streitig» leiten mit dem Landesrabbiner Lemburger verwickelt. (Schluß folgt.) Der allgemeine Wabbinerkongreß in Krakau. Wir lassen hier einen uns zugegaugenen Bericht folgen: Vom 9. bis 13. August tagte in Krakau der von dem Rabbiner in Kairo A. M. Kohen «in» berufene Kongreß, an welchem das westliche Judentum aus leicht erklärlichen Gründen ~~ fast gar nicht Teil nahm. Es ist eben nicht Jeder berufen eine große Aktion einzuleiten und müßten bekanntere Theologen an die Spitze treten und namentlich die Rabbiner der Großgemeinden Europas, die durch den Klang ihres NamenS^wi» - durch den Reichtum ihres Wissens und ihrer Erfahrung nach dieser Richtung hi» Aussicht auf Erfolg haben könnten. Die Herren Rabbiner Elli Chasan voa ü Alexandrien und A. M. Kohen von Kairo sind gewiß gelehrte ehrenwerte Männer» die um das Heil des Judentums ernstlich besorgt und bemüht sind, aber um einen Weltrabbinerkongreß einzuberufen, dazu fehlt ihnen doch die Autorität, die in solchen Dingen zuerst den Ausschlag gibt und stehen sie zudem den Strömungen des westliche« Judentums viel zu fremd gegenüber. Die Beteiligung an dem Kongreffe war denn auch in der Tat eine sehr geringe, es kreißen wieder einmal vernehmlich die Berge und ein lächerlich Mäuschen ward geboren. Den Vorsitz führte der Rabbiner v«» Krakau Eh. L. Horowitz, dessen Ehrenpräsident Herr Elli Chasan Chacham Pascha .- aus Alexandrien war. Sämtliche anwesende» Rabbiner protestieren unter Eid bei geöffneter Bundeslade gegen die Ritualmordlüge und lautet der Eid in deutscher Übersetzung also: „Wir schwören, daß das verabscheuungswürdige Blutmärchen, H welches böswillige und tükische Menschen gegen unsere Brüder, die Kinder JSrmcks.H seit Jahrhunderten in den verschiedenen Staaten erdichteten, als ob das Blut von J| Richtjuden oder Nichtjüdinnen zu rituellen Zwecken verwendet würde, fei er als

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