Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- Seite 202 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Talmud als nachteilig r nd schädigend, indem er das religiöse Fühlen in daS Gebiet des Dogmas und der Ausübung äußerlicher Zeremonien verlegte und zudem noch die geistige Energie »ön vielen Generationen nutzlos verschwendete. Nach diesen Vorausschickungen und nachdem noch kurz die geistige Bewegung der Araber im Mittelalter in ihrer Bedeutung für das Judentum hervorgehoben wird, geht der Verfasser zu unserer Zeit über und tut dar» wie Israel, obgleich in die moderne geistige Bewegung eingelreten und auf allen Gebieten menschlichen Schaffens mit Erfolg sich betätigend, doch von allen Seiten angefeindet erscheint und politisch und Wmomisch verfolgt roirb: Der Zionismus, der auf den Kampfplan getreten, behandelt die Judenfrage fälschlich als eine politische. Es ist darum von ihm, weil auf falscher Basis stehend, soviel er auch zur Weckung des Selbstbewußtseins beigetragen, nichts zu erho'fen. Er hat die Judenfrage völlig verkannt indem er anstatt an die lebendige Gegenwart, die uns die Juden als eine besondere Religionsgenosienschaft zeigt, an l>ie jüdische Volksvergangenheit ankniipft. Die Tatsache, meint der Verfasser, mul; wieder klar gestellt werden, daß das Judentum seit dritthalbtausend Jahren einerseits die großen Humanitären Ideen seiner Propheten mit sich führt, während es nich heute offiziell zu den reaktionär-orthodoxen Satzungen des Talmud sich bekennt —-. Sind wir nun einmal dabei, daß wir unS vom Talmud lossageu und die hohe Ethik nnsere Seher als unseren Glaubeuskanon anerkennen, dann ist die Scheidewand, die uns von den Völkern, unter denen wir wohnen trennt, gefallen und eine natürliche Assimilation wird dann platzgreifen die entscheidende Wahl zwischen der Pror Talmudorthodoxie treffen. Das Judentum rer lossagen und die von seinen Propheten ätze der Ethik als Inhalt seines religiösen e Pflicht der jüdischen fortgeschrittenen s, die Realisierung dieses Zieles anzubahnen. 8t. können. Israel niuf phetenmoral und d muß sich von letzt« gepredigten Grunds Kultus erklären. D Intelligenz isi zustreben und e a n Urkundliche Weiträge zur Geschichte der mährischen Iudenschaft im 17. und 18. Jahrhundert. Unter diesem Ti Werk von Herrn Willi b demselben benutzten sonst Darstellung in weiteren tel ist in Kommission bei Otto Haraßowitz in Leipzig ein alfd Müller erschienen, das wegen des Reichtums der in unbekannten Quellen und wegen der Objektivität der Kreisen bekannt zu werden verdient, weshalb wir hier