Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- Seite 199 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Go lagen die Dinge, als die letzte Wendung eintrat, die erst wenige Tagt alt ist, aber eine sehr bedeutende' Entwicklung vorstellt. Die wohlbekannten Ereignisse machten es notwendig, daß ich im Interesse deS jüdischen, Volkes nach Rußland reiste. Ich hatte die willkommene Gelegenheit mit der dortigen Regierung zu verkehren, und ich kann sagen, 'daß ich einem gewkffe» Verständnisse unserer zionistischen Bestrebungen begegnete, sowie auch Äußerungen des guten Willens hörte, etwas Entscheidendes für uns zu tun. Ich gestehe übrigens daß ich bei dieser Gelegenheit nicht nur Parteimann war — Sie werden mir es nicht übel nehmen. Ich sprach nicht nur für die Zionisten, sondern für alle Juden in Rußland. Ich bemühte mich, einige Verbesserungen ihrer traurigen Lage zu befürworten, und erhielt auch die Zusicherung, daß solche Erleichtemngen demnächst in Erwägung gezogen werden sollen. - Bedeutender waren die Zusicherungen, die ich für die zionistische Bewegung erhielt. Ich bin in der Lage zu erklären, daß die russische Regierung dem Zionismus kein Hindernis in den Weg legen will, wenn er wie bisher einen ruhigen und gesetzlichen Charakter behält. Die russische Regierung ist ferner bereit, bei der Deckung der Gelderfordernisse einer von uns Zionisten geleiteten Emigration mitzuwirken. Endlich, und darauf ist wohl das allergrößte Gewicht zu legen, ist die russische Regierung bereit, unsere Bemühungen um die Erlangung von Pälästina bei S. M. dem Sultan mit ihrem Einfluß zu unterstützen. Die Tragweite dieser Erklärung, die ich dem Zionistenkongresse übermitteln . darf, ist wohl jedem erkennbar. Ein solches Versprechen der russischen Regierung bedeutet einen diplomatischen Gewinn, der nicht zu hoch veranschlagt werden kann. Nicht nur ist ein enormes Hindernis beseitigt, es ist auch plötzlich eine mächtige Nachhilfe vorhanden. Ihre Wirkungen sind allerdings noch abzuwarten, aber mit er-. frischtem Mute und größeren Aussichten als je vorher können wir unsere Bemühungen um Erez Israel fortsetzen. Es wird auch jetzt wieder Leute geben, die nur das Bittere aus diesen Bor» teile» heraussehen. Die Hilfe der Mächte, werde» diese Leute sagen, bedeute nicht- - Erfreuliches. Sie wollen uns los haben oder sie wollen uns nicht hinein lassen- Gut! wenn darin eine Ungerechtigkeit gegen unser Volk liegt, so wollen wir darauf die Antwort in Zukunft geben. In unserer Zukunft, in unserem Lande! Und diese Antwort soll bestehen in einem Erhöhen der menschlichen Gesittung. Israel am Scheidewege. Mit den Worten „Die Diskussion über die von mir aufgeworfene Frage, ist eröffnet" schließt eine unter dem Titel „Israel am Scheidewege" jüngst (Zürichs