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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 191

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 191 (sequence 49)
Language
German
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191 nicht als abgeschlossen zu betrachten ist. — Im Kommissions-Verlag ver Horreordia, Deutsche Verlags-Anstalt in Zerlin (1903) ist erschienen: Religiöse Ethik des alten und des neuen Testamentes. Eine Gegenüberstellung von L. S. Wir lassen hier das kurze Vorwort folgen: Es wird jetzt viel gesprochen von der Ethischen Überlegenheit der christlichen Religion über die jüdische. Dafür bringt man aus den heiligen Schriften Beweise herbei: aber diese Ausführungen sind einseitig und unvollständig. Die Wichtigkeit des Gegenstandes für jeden geschichtlich und religiös - Empfindenden veranlaßt mich zu dem Versuche, diese Zitate zu ergänzen, in ganz einfacher Gegenüberstellung. Die Schlußfolgerung mag der geneigte Leser selber ziehen. Wir empfehlen diese nur wenige Seiten umfassende aktuelle Schrift unseren Lesern und kann es nur von Nutzen sein, wenn sie viel christliche Le^er findet, die immer noch das Vorurteil von der Minderwertigkeit der jüdischen Ethik in sich tragen. — Im Verlage von W. u. S Lönienthal, Kerlin C. ist erschienen: Hat das Menschenleben einen Zweck? Naturwissenschaftliche Betrachtung hon Dr. med. N. Leo. Es ist erfreulich, wenn ein Fachmann für eine höhere Weltanschauung im Namen der Naturwissenschaft eintritt, wo man sonst nur abfällige Urteile über den höheren Zweck des Menschenlebens zu hören gewohnt ist. Er spricht es aus, daß tief bis ins innerste Wissen der Menschheit der Pflug wissenschaftlicher Kenntnis scharf einschneidende Furchen zieht und daß die Samenkörnet des Wissens,e die sreigibiger als je ausgestreut werden, sich zu kräftigen, fruchtbaren Bäumen der Aufklärung entwickeln und daß immer mehr Menschen zu der Eichicht gelangen, daß gar viele konfessionelle Dogmen mit unleugbaren wissenschaftlichen Tatsachen und einem logischen Denken unvereinbar sind. Er betrachtet in diesem Essay vom naturwissenschaftlichen Standpunkte aus den Menschen, dessen Typus soweit historische. Erinnerungen reichen und vorgeschichtliche Überreste uns sichere Kunde bringen, sich seit Jahrtausenden nicht geändert hat, wenn er auch im Wesen und Empfinden ungeheure Fortschritte aufzuweisen hat. Di-. Leo nimmt im Menschen ein empfindendes und denkendes Sabstrakt an, das schon vor Jahrtausenden als „Seele" bezeichnet wurde und, weil sie etwas Stoffliches ist, darum auch etwas Unzerstörbares ist. Und das unvernichtbare Sein der Seele, ihre Unsterblichkeit schließt implicite naturwissenschaftlich in sich ein, daß sie nur im Jndividium bleiben, sich als Jndividium dauernd aufsteigeud entwickeln und das Bewußtsein Ihrer Identität unverlierbar bewahren muß. Er schreibt auch über die grundsätzliche Gleichwertigkeit aller Menschen, woraus folgt, daß Alle gleiche Rechte, aber auch, daß Alle' gleiche Pflichten haben und stellt als Lehrsätze auf: Es ist Pflicht jedes Menschen, jede Handlung zu unterlassen, die auf die körperliche oder geistige aufsteigende Entwicklung eines andern Menschen direkt oder indirekt schädigend wirkt, es ist Pflicht jedes Menschen, keine ihm mögliche Handlung zu unterlassen, welche notwendig ist, um die körperliche und geistige Entwicklung eines Andern zu begünstigen. Er schließt seine äußerst interessante Schrift mit den Worten: „Schwere und tiefe Leiden lasten

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