Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 190 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dr. Goldschmied's der iOffelibarungsgl-üube selbst überlassen und gehört dieselbe nicht in dadurch mehr umgangen — ^190 gefestigt wird, müssen wir ruhig ihm den Bereich der eigentlichen Frage, die als gelost wird. Ob die drei Tontafeln aus der Zeit Hamurabis den Gottesnachen Jjrhve tragen, ist vom jiidischen Standpunkte aus in der Tat gleichgültg. Schon ffn Gelehrter wie Jeremias meint: „Also davon kann keine Rede sein, daß man in Religion das gesunden hat, ums die weltgeschichtliche Bedeutung der Bibel ausmacht den Monotheismus" und auch Kittel und Oettli äußern Ähnliches. Was nun die beiden Schöpfungsberichte anlangt, so hat Oettli das Richtige getroffen wenn er meint„Man glaubt aus den wirren Phantasien eines Fieberkranken in die reine Atmosphäre gesunder Geistesklarheit und Nüchternheit zu treten, wenn man . von dem babylonischen Epos her zum ersten Kapitel der Bibel kommt", wie er auch bei Vergleichung der Sintflutberichte zur Ansicht kommt, daß dieser Überlieserungsstoff in der! Werkstätte des prophetischen Geistes umgeschmolzen . . . in die Atmosphäre des sittlichen Monotheismus getaucht und in diesem Bade von den religiös oder sittlich perworrenen und verwirrenden Elementen gereinigt worden. Was nun den Kultus hnlangt, so sind manche Ähnlichkeiten in der Natur desselben begründet ohne daß gleich an gegenseitige Beeinflussungen gedacht werden muß. Wenn im Babylonischen Kultus von einem Lammopfer die Rede ist, das am Eingänge des Palastes geschlachtet und dessen Blut an die Ober- und Unterschwelle und an die beiden Türpfds^en gestrichen werden soll, so ist dieses als ein zufälliges Zusammeutrefsen von Äußerlichkeiten anzusehen, dem eine große Bedeutung nicht zuzuerkennen ist. Daß Ähnlichkeiten bei Gesetzen herausgefunden werden, ist uns als ein Beweis für die Gemeinsamkeit der Grundlagen der Moral bei allen Völkern und kann trotz Delitzsch die Gesetzessammlung Hamurabis wie das neuerdings Hubert Grimme in seiner Schrift! „Das Gesetz Chamurabis und Moses" (Köln 1903. I. P. Bachem) und Dr. Johannes Jeremias in seiner Schrift Moses und Hamurabi (I. C. Hinrich'sche Buchhandlung in Leipzig 1903), gründlich und ausführlich dargetan, mit der Gesetzgebung im Pentateuche, obwohl diese später erfolgte, keinen Vergleich aushalten hältnisse sucht man Richtig hebt Grimme hervor: In der Vielheit dieser Ververgevens! nach dem leitenden Faden, so daß sich das Ganze mehr, als eine Gesetzessannnlung! denn als ein Rechtssystem darstellt. Das mosaische Gesetz knüpft die Rechtsidee wle das Rechtsleben unmittelbar an Gott an und ist eine unmittelbare Einwirku ng von Chamurabis Gesetz auf das mosaische Strafrecht als ausgeschlossen zu betrachten- Herr Dr. Goldschmied kommt auf die Sabbathfrage zu sprechen und hebt mit Recht Oettli's Ansicht hervor, daß es fraglich sei ob die Vorschrift bei den Babyloniern auch für die anderen Monate neben Elul und auch für das gemeine Volk gegolten habe und gang als Geschichtssalschu^g Wir haben hier aus der das Interesse für die Babe!l o lange diese Frage nicht gelöst ist, muß Delitzsch Vor- und nicht als Geschichtsforschung angesehen werden, ^senswerten Schrift Einiges besonders hervorgehoben, weil Bibelsrage noch immer ein sehr reges ist und dieselbe noch