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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 189

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 189 (sequence 47)
Language
German
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fünft schließen lassen. Mit dem Menschen verhält es sich nicht anders wie mit andern organischen Wesen der Natur. Eine Herrschaft des Muhammedismus scheint den Juden Spaniens und Nordafrikas für die Erhaltung ihrer Rasse weder physisch noch ethisch besonder« Schaden zugefügt zu haben. Das Joch der Knechtung und Unter» drückung, das die Juden auf sich nehmen mußte», welche durch die Donautiefländer, durch Rußland und Polen ihren Wanderzug nahmen, hat sie zugleich physisch und moralisch schwer getroffen. Man vergleiche mit diesen jüdischen Typen Algerienz. B. die Gestalten, die das Judenviertel von London bevölkern, und man wird über den Abstand staunen, der sich bei Gleichheit des ethnologischen GrundzugeS beider in ihrem Rassentypus kundgibt. Dort die Erhaltung, vielleicht sogar Verfeinerung, hier die Verkümmerung dieses Typus. Dort im Londoner Judenviertel ein Schmutz und Gestank, der sich aus dem Innern der Häuser bis auf die Straße fortpflanzt, hier wenigstens nach außen, ein Reinlichkeits- und Schönheitssinn, der i« einer nur noch bei den Spaniern so hervortretenden Farbenlust seine BefriediguiH sucht. — In Uew-Uork veranstalteten Chinesen im chinesischen Theatergebäude eine Vorstellung zu Gunsten der Opfer von Kischinew. Der Zudrang war ein so enormer, daß die Vorstellung dreimal wiederholt werden mußte. Weferale und Mitteilungen. Es liegen uns eine ganze Zahl von Schriften in der Bibel- und Babel- Frage vor, die wir hier zur Kenntnis unserer Leser bringen möchten. Im Verlage von I. Kauffmann, Frankfurt a. W. ist erschienen: Der Kampf um Bibel-Babel im Lichte des Judentums von Dr. Leopold Goldschmied. Der Verfasser, obzwar nicht Assyrvloge von Fach, hat die einschlägige Literatur gründlich durchgearbeitet und gelangt wie die meisten Forscher zu der Ansicht, daß Delitzsch nur schwankende Hypothesen, nicht wissenschaftlich feststehende Tatsachen in die Welt htliausgeschickt. Der Verfasser meint, die jüdischen Theologen hätten schon früher gegen die Thesen der Bibel-Kritik Stellung nehmen müssen, die eine ungeheure Verwüstung angerichtet und mehr wie die beiden Vorlesungen der Berliner Assyrologen geschadet haben. Er kommt zu dem Schlüsse, daß Delitzsch ans biblischem Gebiete ein Laie sei, dem über alttestamentliche Fragen kein Urteil zustehe. Die Juden brauchten sich, meint Goldschmied über das was Delitzsch über die Offenbarung sagt, nicht sonderlich anfzuregen, da das Judentum einen Glauben, als ob sämtliche Bücher der Bibel ein Ausfluß der göttlichen Offenbarung wären, nie gekannt hat und weil die Offenbarung nicht die einzige Säule des Religionsgebäudes sei, da noch die Überlieferung da ist, die ebenso wie die Offenbarung auf Moses und den Sinai zurückgeführt wird „ihren Lehren eine ebenso hohe, ja mitunter noch höhere Bedeutung innewohnt, als den Worten der Thora". Inwieweit durch die Ansicht;

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