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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 181

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 181 (sequence 39)
Language
German
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181 es wird überall als verbohrt und borniert, als rückständig und im veralteten Formelkram unheilbar steckend betrachtet. Es mag zugegeben werden, daß leider daran wir Juden selbst schuld sind. Es geht — gestehen wir es nur — ein Widerspruch durchs Judentum. Wahrhaft gebildete Juden, wie wir sie insbesondere in H Deutschland' finden, sollten kein Gewicht darauf legen, ob man am SabbattzH einen Regenschirm tragen darf oder nicht. Ter Fleischbeschauer ist eine schöne H Einrichtung, aber er darf nicht die Religion zu einer Küchenfrage machen. WaL | sollen die wahrhaft großen Geister von uns denken? Da zitieren wir die herrlichsten Prophetensätze, und dann gehen lutr hin und stellen Rabbiner an, welche die Koscher- - fleischfrage zum Hanptdogma des Judentums stempeln. Und die Rabbinerhaben au j philosophischen Fakultäten studiert. — Anl 23. August wird in Zasel der VI. Zionisten- | kongreß stattfinden In Verbindung damit wird bereits die Nachricht kolportiert, | daß Dr. Herzl mit der englischen Regierung wegen des Palästina benachbatten H Waad el Arisch, welches durch Inden besiedelt werden soll, verhandle. Über den 1 Kvnkreß heißt es auch diesmal: „Er wird der wichtigste von den bisher stattgehabten A und für die Zukunft entscheidend sein." — Über Funde in Palästina berichtet man: Durch die Munifizenz einiger Wiener Mäcene ist es Herrn Professor Sellin, über dessen Palästinaausgrabungen wir schon früher in diesen Blättern eingehend berichteten, ermöglicht worden, eine zweite Expedition nach Palästina zu unternehmen, um seine im vorigen Jahre mit den Mitteln der SSJteueu Akademie der Wissenschaft und des Unterrichtsministeriums durchgeführten Forschungen, deren Ergebnis bekanntlich so * großes wissenschaftliches Interesse erregte, fortsetzen zu können. Über die bisherigen -1 Erfolge erstattet nun Professor Sellin den folgenden vorläufigen Bericht: Schon < am Tage nach der Ankunft in Beirut konnte Professor Sellin, dank der eifrigen Intervention des Generalkonsuls Grafen Ähevenhüllersich in Begleitung eines : Regierungskomifsärs nach der Forschungsstätte begeben. Die Jesreel-Ebene, stand i. infolge des Spätregens völlig unter Wasser, so daß die drei Pferde des Lastwagens 1 ertranken. Die Fellachen drängten sich bei der durch die Cholera herrschenden Ber- | arnuftig scharenweise zur Arbeit, es konnten daher gleich zweihundert Arbeitskräfte gemietet werden. Es wurde eine ganze Reihe von Privathäuse,rn freigelegt mit einer Fülle von Einzelfunden. Darunter find Oel- und auch Weinpressen, Mörser * Gewichte, Tongeräte mit neuen Formen und Mustern, Steinwerkzeuge, Waffen aus Bronze und Kupfer, Schmuckgegeustände,- besonders Perlen und Amulette. Reu ' und wichtig erscheinen zwei israelitische Siegel und vor allem zwei bisher für Palästina ' ganz unbekannte Typen der Astarte. Auch Trümmer eines Altars, ähnlich dem im vorigen Jahre ausgegrabenen, mit Darstellungen der Cherubim wurden gefunden, j Ferner wurde auf ein uraltes Mauerwerk gestoßen, zwei Zimmer und ein Zisterne,^ daran im Anschlüsse ein großes unterndisches Bauwerk, mit acht Felsplatten zu- 4 gedeckt, eine rechteckige Vorhalle mit acht in die Tiefe führenden Stufen und zwei W Höhlen mit ausgehauenen Türeingängen. Professor Sellin vermutete ein kanaanitisches 1

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