Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 180 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Karl V. ein Privelegrum, in verboten wurde. Der Rai — 180 — Dr. Justus Jonas, energischer gegen die Juden vor und verschaffte sich vom Kaiser dem^den Juden das Wohnen in der Stadt Nordhausen wies die Juden nun aus der Stadt, und schaffte um 1558 auch den Natsschutzju!den ab. Den bisherigen Judenfriedhof übergab er den Tuchmachern als Rähmenplatz. Das dritte und letzte Judenhaus (Synagoge) befand sich von 1544 bis 1558 itt der Kiekersgasse (neuen Straße). Kaiser Ferdinand I. gab 1559 dem Rat der Reichsstadt Nordhansen eine Urkunde, in der das Privilegium Kaiser Karl V. bestätigt und dahin ausgedehnt wurde, daß den Juden aller Handels¬ und Geldverkehr mit den Nordhauser Bürgern verboten wurde; Kapital und Zinsen sollen als verwirkt dem Note zufallen. Der Nordhäuser Rat verbot nun seinerseits den Bürgern, Handels- und Geldgeschäfte mit den Juden, die von auswärts in die Stadt kommen, zu treiben. Seit 1551 hatten die Juden im Nachbardorf Salza gewohnt. Jetzt zogen sie von Salza fort nach Sülzhein und Werna, wo sie unter dem Schutz des Herrn v. Spiegel wohnten und nach Jmmerode, wo sie nnter dem Schutze des Grafen von Schwarzburg wohnten. Bon 1558 bis 1808 haben Juden nur vorübergehend in Nordhausen gewohnt. Erst als Nordhansen eihe westfälische Stadt geworden, wurde am .1. Juli 1808 wieder ein Jude als Nordhäuser Bürger aufgencmmen; er hieß Meyer Jlberg. Seitdem sind nach und nach die Juden von Sülzhein, Werna und Jmmerode größtenteils wieder nach Nordhausen gezogen; 1822 war ur in Nordhausen 150 Juden, setzt gegen 5OO. Sie erbauten sich am Pferdemarkt eine Synagoge, die am 12. September 1815, und nach einer Renovation abermals am 17. August 1888 eingeweiht worden ist. — Zum Besten der Kischenewer Juden hat „der Jüdische Verlag", Berlin, den Ertrag eines kleinen Buches bestimmt, lvelches die Judenmetzlein von Kischenew auf Grund von authentischen Materialien und Orginalberichten behandelt. (Der Schrift ist eine Anzahl von photographischen Reproduktionen beigegeben). Der Preis des Buches ist auf 1 Mark festgesetzt breitung Sorge getragen m der Bezug und Vertrieb ist, emsig gearbeitet. Der Schnur abgesteckt. Über bestattet. In emem besser weg als der Jude. worden, und es soll nun für die denkbar größte Vererben. Besonders sei jüdischen Vereinen und Institutionen -dieser Schrift nahegelegt, damit durch möglichst große Massenauflage die Hilfsaklion gestärkt und zugleich das öffentliche Gewissen aufgerüttclt werde. Bestellungei sind zu richten an den Jüdischen Verlag, Berlin, Großbeerenstraße 75. — Auf dem alten israelitischen Friedhof in Prag wird an der Ausgrabung jenes Teiles'des Friedhofes, welcher der Assanierung zum Opfer gefallen den Assanierungszwecken überlassene Platz ist durch eine hundert Arbeiter sind mit der Ausgrabung beschäftigt. Die Knochenreste wurden sorgfältig gesammelt und an dem hierfür bestimmten Platze Briefe aus Österreich in der allgemeinen Zeitung des Judentums finden sich folgende beherzigenswerte Worte: Der Heide kommt da viel Spricht man in der sogenannten gebildeten Gesellschaft heute von Juden oder Judentum, kann man ein mitleidiges Achselzucken wahrnehmen