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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 179

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 179 (sequence 37)
Language
German
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wenige jüdische Organisationen, die so planvoll, sachgemäß und fleißig arbeite» wie das Bureau des Deutsch-Jsaelitischen Gemeindebundes. In dem neuesten Heft interessieren uns vor allem die Rundfragen über das Wahlrecht der Ausländer, übet?. Friedhofsordnungen und über Feuerbestattung. Auf die letztere Frage, als die itt* teressanteste, kommen wir noch ausführlich zurück. Ferner enthält das Heft sehrin*; teressante Mitteilungen über die Friedrich Wilhelm Viktoria-Stiftung, die beiden^ Fürforgeerziehnngsanstalten des Bundes, die Arbeiterkolonie Weißensee rc. Kassenbericht ist ebenfalls ein sehr lehrreiches Studium. Wir entnehmen daraus^ nämlich die Tatsache, daß man auch mit geringen Mitteln Großes und Gutes leiste»^ kann, während andere Organisationen mit großen Mitteln leider nur sehr kleine, Leistungen anfzuweisen haben. — Direktor S. Zeller vom Statistischen Amt in Stuttgart schätzt die Summe aller Erdbewohner auf rund 1544 510000. Bon diesen st»d - 534940 009 Christen, 10860 000 Juden, 175 290000 Mohammedaner und 82342000 gehören anderen Religionsbekenntnissen an, 300 Millionen sind Konfutse-Anhänger^ 214 Millionen Brahmahnen, 121 Millionen Buddhisten. Auf je 1000 Mensche»? kommen nach Zellers Statistik 346 Christen, 7 Inden, 114 Mohammedaner und , 623 Angehörige anderer Religionen. — „Zur Geschichte der Juden in Nordhauseu" ~ hielt Herr Lehrer Karl Meyer einen Vortrag, aus welchem wir Folgendes hervorheben: Schon im 13. Jahrhundert haben in Nordhausen Juden gewohnt, die ihre Synagoge in der Hütersgasse und ihren Friedhof in der Südostecke des Rähmenplatzes gehabt haben. Die vorhandene!! Quellen berichten über die kleine Nordhäuser ' Jndengemeinde seit dem Jahre 1300. Im Frühling 1349 sind die dortigen Juden erschlagen, bezw. am 5. Mai 1349 auf ihrem Friedhofe auf dem Rahmen verbrannt wörden. Seit dem Anfänge des 14. Jahrhunderts befand sich die zweite Synagoge . in der Jüdengasse bis 1544, wo sie der Rat verkaufte. König Karl IV. hat da- Gut der in Nordhausen, 1349 erschlagenen Inden dem Grafen Heinrich von Hohnstein-Sondershansen verliehen, und dieser hat es für 40) Mk. lötigen Silbers au j den Rat der Reichsstadt Nordhansen abgetragen. Von 1350 an kamen wieder'^ einige Juden nach Nordhausen, die aber,!vie die Inden im ganzen deutschen Räch unter König Wenzel um 1391, eine arge Bedrückung erfuhren. Ans dem 15. JaAt» ■t hundert sind vier Grabsteine mit hebräischen Inschriften, die von dem Judenfried^f - auf dem Nähmen stammen, an dem auf dem Rühmen stehenden sog. „Jubeutnrm*? eingemauert. Bis zum Jahre 1544 saß in dem Judenhaus in der Jüdergaffe der > Ratsschutzjude bei den: dessen von auswärts kommende Glaubensgenossen Nacht-^Ä herberg finden konnten. Im 16. Jahrhundert suchte der Rat den Geschäftsvelckchr? der Juden in Nordhausen einzuschränken, verbot ihnen das Begräbnis ihrer Tyten j auf dem Jndenkirchhvf zu Nordhausen und gebot ihnen das öffentliche Tragen dpS 1 Judenzeichens (eines großen gelben Ringes) am Arm. In Folge einer leichtsinnigen t| Äußerung des Ratsschutzjuden Joachim Färber über den Stifter der christl. ReligilM H im Herbst 1550 ging der Rat, angereizt durch eine Predigt und Vorstellung »oa@ m

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