Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 178 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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178 — Weihung, die auch an oas israelitische Kirchen-Vorstandsamt als Vertreter der Gemeinde erging, zeigen von fetten' wohlwollender und vorurteilsfreier Gesinnung seitens der Vertreter der Stadt Göppingen. — Die Wiener Kaiserliche Akademie der Wissenschaften wählte für dst philosophisch-historische Klasse Herrn Professor Dr. Moritz Steinschneider zum korrespondierende» Mitglicde. Es ist die höchste Auszeichnung» die die Wissenschaft zst vergeben hat. — Frau Geheimrat Mechow in Serlin hat aus dem Büchernachlasse ihres verstorbene» Gemahls, des Herrn Professors Dr. Rudolf Virchow, sämtliche aus das und Zeitungsausschnitte der Judentum bezügliche Bücher, Broschüren, Rundschreiben .... .„ ...... Bibliothek des Deutsch > Israelitischen Gemeindebundes überwiesen. — Das Pflegeant derVersorguugsanstalt für Israeliten in Frankfurt a.M. versendet seinen Bericht für die letzten sechs Jahre.^ Danach hat sich das Institut stark entfaltet. Bedeütendst Zuwendungen unterstützten das Pflegamt. Unter anderen ■ hat der verstorbene Privatier Susmann U»a Mk. 10 000 testamentarisch vermacht, die Erben des in Pstris gestorbenen S. H. Goldschmidt haben Mk. 20 000 und Fbau Witwe Reginst Gcldschmidt geb Oppenheimer Mk. 5704 gestiftet. Jnsge- /\amt erhielt das P^egar it in den sechs Jahren Mk. 74 464 an Geldgeschenken. Verpflegt wurden im! ganzen 60 Pfründner: 20 Männer und 40 Frauen. Am l. Januar waren es noch 10 Männer und 24 Frauen. — Die Leiche des jungen Forschers Dr. Milan Sachs/ der im Dienste der Wissenschaft in Berlin gestorben, wurde auf dem Friedhose in Weißenscc beerdigt. Am Tage später fand in der Gebethalle eine Traversen r statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher die Gedächtnisrede hielt: G<stern in später Abendstunde, so führte er u. a. aus, hat sich hier das Grab über »nein blühenden Menschenleben geschlossen. Es ist somit den Anforderungen des Gffetzes genüge geschehen. Die Faniilie, Freunde und Berufsgenossen des Tote» sin) jetzt gekommen, um ihm ein letztes Lebewohl zu sagen. Des Verstorbenen Lebenszweck war treue Pflichterfüllung. Wenn der Arzt oft Gefahren ausgesetzt selbstlos von Krankenbett zu Krankenbett wandert, so ist die Wissenschaft angewiesen, die Wurzeln der Krankheitsübel zu erfasse», dieser Wissenschaft ist der Verstorbene j. znm Opfer gefallen. Er wollte die Ursache einer Krankheit ergründen, die vor Jahrhunderten Tausende dahingerafft. Er ist gefallen wie ein junger Baum, der vom Blitze getroffen wird. Uns bleibt der beste Trost, daß er in einem Berufe gestorben ist und einen edle» Tod erlitten hat. Mit Trostesworten an die Angehörigen und einem hebräische» Gebet schloß der Rabiner seine Rede und warf dann drei Hände Erde auf das geschloffene Grab. — Nummer 60 der .»Mitteilungen vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebnnde" ist soeben erschienen. Man kann aus demselben die gedeihliche aufsteigende Entwicklung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes mit aufiichtiger Genugtuung entnehmen. Alle seine Institutionen sind in bester Ordnung. Sein Jnteresseukceis erweitert sich immer mehr und Alles, was im Wesentlichen durch die Initiative des wahrhaft unermüdlichen Vorsitzenden in Angriff genommen wird, gelangt auch zu zweckmäßiger Ausgestaltung. Es gibt